Investieren Frankreich: Tipps und Tricks

Investieren Frankreich: Tipps und Tricks. Chancen am französischen Kapitalmarkt nutzen und intelligent in wachsende Branchen einsteigen.

Investieren Frankreich: Tipps und Tricks

Es weht ein neuer Wind in Frankreich, seit Präsident Macron sein Amt angetreten hat. Er setzte wichtige Reformen am Arbeitsmarkt um wie eine Lockerung beim Kündigungsschutz. Auch die Steuern für Unternehmen wurden gesenkt. Beides erreichte er trotz Widerstandes in der Öffentlichkeit. Dies erfolgte auch unter dem Eindruck einer hohen Arbeitslosigkeit.

Wenn Arbeit für Unternehmer günstiger wird, stellen diese mehr ein, so die Hoffnung. Aktuell scheint sich diese zu erfüllen. Die Arbeitslosigkeit befindet sich auf dem tiefsten Stand seit 9 Jahren, das BIP (Bruttoinlandsprodukt) erhöhte sich im letzten Jahr um 1,9 Prozent und auch die Stimmung auf dem Börsenparkett in Paris ist positiv.

Frankreichs Aktienmarkt auf gutem Weg

Auch der mit dem deutschen DAX vergleichbare CAC40 Aktienindex zeigt nach oben. Er stieg seit dem Macron-Sieg um satte 9 Prozent. Auch in diesem Jahr wuchs er um bisher vier Prozent, in einem im europäischen Vergleich aktuell eher negativen oder stagnierendem Umfeld. Für Anleger, die sich für französische Werte interessieren, sind das schöne Nachrichten. Investieren in Frankreich könnte für diese wieder interessant werden.

Nach Aussagen in „boerse.ard.de“ kann ein neuer Aktienboom Realität werden. Vincent Guenzi, Aktienprofi, erwartet bis zum Ende des Jahres Werte um 5.700 Punkte, 400 mehr als zur Zeit. Die Citigroup schätzt. dass sogar 6000 Punkte erzielt werden können. Dies wäre eine bedeutende Aufholjagd zum höchsten Stand des CAC 40 im September 2000 mit 6.944 Punkten.

Video: Investieren in Frankreich – Interview mit Lothar Kristun (Claas)

Investieren Frankreich: So können Anleger intelligent Aktien erwerben

Ob dieser Traumwert erreicht wird, kann keiner exakt vorhersagen. Zum Beispiel hat der jüngste Streik der Eisenbahner das Wirtschaftswachstum etwas verlangsamt. Die weitere Lage innerhalb des Landes dürfte mit entscheiden, ob es bei der positiven Stimmung bleibt. Auch eine hohe Binnennachfrage ist ein Kriterium für allgemeine Trends nach oben oder unten. Diese verlangsamt sich zur Zeit, was erfahrene Aktienbesitzer aber nicht allzu beunruhigen sollte. Denn Profis sorgen für Diversifizierung und streuen ihre Beteiligungen an der Börse.

Es wird also nicht nur in einem Markt und in eine Branche investiert, sondern gleich in verschiedene. Investieren in Frankreich und Profite erzielen konnte man in letzter Zeit vor allem bei Luxusmarken. Aber auch der Ölmarkt und entsprechende im CAC40 befindliche Werte konnten zulegen. Wie immer ist ein vernünftiger Mix mit einer langfristigen Strategie das beste Mittel, um Vermögen an der Börse aufzubauen.

Tipps für Anfänger in der Börsenwelt:

  • Kein Anleger verdient schnell Geld an der Börse. Ziel sollte immer sein, ein langfristiges Vermögen mit Aktien zu erzielen
  • Genau informieren, bevor man Aktien erwirbt. Das bedeutet eine Beobachtung über Wochen oder Monate und eine Kontrolle über die Kursentwicklung, bevor man einstiegt
  • Aktienmärkte gehen rauf und runter. Das ist normal und kein Grund zur Panik. Auf lange Sicht zählen Wertpapiere an der Börse zu den Anlagen mit hoher Rendite
  • Niemals Aktien auf Pump kaufen. Niemals eine Hypothek auf Haus oder Eigentumswohnung aufnehmen.
  • Auf Streuung achten und in verschiedenen Märkten investieren, um größere Kursverluste weitgehend zu vermeiden.
  • Spekulative Anlagen wie Optionen oder Hebelprodukte sind nur für Profis geeignet. Erfahrene Anleger sollten immer nur einen kleinen Teil ihres Aktienvermögens einsetzen.
  • Spezialtipp: Die Börse einfach unverbindlich testen und ein virtuelles Depot anlegen, ohne Geld einzusetzen. Man kann feststellen, ob man ein Typ für die Anlageform Aktie ist.
Alleine oder mit einem Geschäftspartner investieren? Oft hängt eine solche Entscheidung von der Höhe des Investments ab. (#1)

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„Macron-Effekt“ sorgt für langfristig positive Signale am Aktienmarkt

Experten wie Bruno Cavalier von der deutsch-französischen Bank Oddo BHF äußern in „boerse.ard“ die Erwartung, dass von den Reformen des Emanuel Macron ein langfristig positiver Effekt ausgehen kann. Diese seien so nachhaltig, dass positive Auswirkungen für das Wirtschaftswachstum sehr wahrscheinlich sind. Tritt diese Voraussage ein, sind dies gute Nachrichten für Börsenanleger, welche ihre Wertpapiere auf lange Sicht und auch für eine Vorsorge im Alter behalten möchten.

Hierzu gehört auch die sinnvolle Streuung in amerikanische Werte oder an Börsen in anderen europäischen oder auch asiatischen Ländern. Das reduziert bei Kursverlusten die Folgen für das gesamte Aktiendepot. Und die verschiedenen Papiere in unterschiedlichen Märkten zu beobachten, ist heute dank Smartphone und Tablet sowieso leicht möglich. Wobei auch hier die Devise gilt, dass nicht gleich auf jeden Kursverlust ein panischer Verkauf folgen sollte.

Investieren Frankreich: Jetzt einsteigen kann sich lohnen!

Wer jetzt investieren in Frankreich möchten, tut dies laut „Handelsblatt“ vom Juli 2018 im zurzeit attraktivsten europäischen Markt. Parameter wie Einkaufsmanager-Indizes zeigen deutlich, dass die erzielten Werte momentan die besten in der Euro-Zone sind. Tom Stubbe Olsen, Fondsmanager, geht im selben Blatt noch weiter und glaubt sogar, dass „ein starkes Frankreich auch Deutschlands wirtschaftlichen Anstrengungen Rückenwind geben dürfte“.

Nur ein Zeichen, dass es wirtschaftlich aufwärts geht in Frankreich, ist die Ansiedlung von Amazon und die damit verbundene Schaffung von 2000 Arbeitsplätzen. Der Online-Versandhändler begründete seine Entscheidung explizit mit den positiven Signalen an der Wirtschaftsfront. Dazu der Fachmann Cavalier in „Euro am Sonntag“: „Innerhalb des vergangenen Jahres hat sich die Stimmung komplett gedreht. Wenn ich mit ausländischen Investoren spreche, sind die meisten mittlerweile optimistisch eingestellt“.

Warum zögern Deutschlands Anleger noch?

Aktuell investieren deutsche Großanleger eher nach Amerika oder ins Reich der Mitte nach China. Für viele ist investieren in Frankreich immer noch ein zu unsicheres Geschäft. Vor allem, weil man die Macht der Gewerkschaften und eine dominierende Bürokratie fürchtet. Die Sorge ist nicht völlig unbegründet: Große Arbeitskämpfe bedrohen das Wachstum und die von Macron geplanten Einschnitte in die Versorgung der Beamten dürften für Unruhe sorgen.

Ob es tatsächlich zu umfassenden Streiks kommt, ist indes noch nicht sicher. Bleibt die wirtschaftliche Lage grundsätzlich positiv, dürfte es auch wieder zu größeren Investitionen deutscher Firmen und Fondsverwalter kommen. Das hat dann meist indirekt auch positive Folgen im Sinne von Kursanstiegen.

Paris ist die mit Abstand bedeutendste Wirtschaftsmetropole in Frankreich. Vielversprechende Investitionen sind aber auch in der Provinz zu finden. (#2)

Paris ist die mit Abstand bedeutendste Wirtschaftsmetropole in Frankreich. Vielversprechende Investitionen sind aber auch in der Provinz zu finden. (#2)

Investieren Frankreich: Erfolg an der Börse ist häufig Folge von Psychologie

Bleibt es ruhig, brummt die Börse. Das ist immer auch Psychologie. Anleger sind beruhigt, wenn es nicht zu größeren Arbeitskämpfen kommt und halten beziehungsweise erwerben neue Wertpapiere. Ohne, dass das Unternehmen wirtschaftlich bessere Zahlen vorgelegt hätte. Ein Glaube, der aufgehen könnte. Didier Saint George von Oddo BHF geht in „Euro am Sonntag“ davon aus, dass es ein nachhaltiges Wachstum in Frankreich gibt. Der Experte rechnet für 2018 mit einer Steigerung von 2,4 Prozent.

Innerhalb des CAC 40 Leitindex konnten in erster Linie Boeing und Kering ihren Börsenwert steigern. AXA-Versicherungen legten ebenfalls in hohem Maße zu. Da die Psyche eine große Rolle spielt, dürfte es bei einer anhaltenden Liberalisierung der Märkte wie der Privatisierung staatlicher Unternehmen auch in Zukunft positive Nachrichten von der Pariser Börse und damit für Wertpapierbesitzer geben.

Prognosen für 2022: Wie könnte es weitergehen mit Macron und der französischen Wirtschaft?

Die Erneuerung Frankreichs ist noch nicht zu Ende.  Neue Reformen sind von Macron bereits angekündigt. Die französische Linke beschimpft ihn als ein „Präsident der Reichen“ und der Widerstand gerade aus dem gewerkschaftlichen Lager darf nicht unterschätzt werden. Es hängt jetzt davon ab, ob es dem jungen Präsidenten gelingt, Kritiker zu überzeugen.

Dann dürfte einer weiteren positiven Entwicklung nichts im Wege stehen. Aber Ereignisse wie der jüngste Bahnstreik und der folgende Einbruch des Wirtschaftswachstums zeigen, dass Ruhe an der innenpolitischen Front eminent wichtig ist, um einerseits ausländische Investoren als auch das heimische Publikum mit deren Kauflust zu überzeugen. Gelingt beides, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Kursgewinne an der Pariser Börse ihre Fortsetzung finden.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: xtock -#1: Minerva Studio -#2: Giancarlo Liguori

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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