Fondsmanager werden: Berufsbild, Gehalt & Voraussetzungen

Für viele Menschen ist die Berufsbezeichnung Fondsmanager ein abstrakter Begriff, der weder einer genauen Arbeitsaufgabe noch einer bekannten Person zugeordnet werden kann. Dabei sagt schon die Berufsbezeichnung, welcher Aufgabe sich diese Fachkräfte in ihrem Arbeitsalltag widmen: dem Management von Fonds. Was Sie über diesen Berufszweig wissen möchten, erfahren Sie hier: Wie wird man zum Fondsmanager? Was verdienen die Fachkräfte und wo arbeiten sie? Welche Aufgaben erledigen Fondsmanager und wie groß ist ihre Verantwortung?

Fondsmanager werden: Experten in Sachen Wachstum

Fondsmanager werden nach Performance bewertet. Wie entwickelt sich der gemanagte Fond? Wie im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten? (#2)

Fondsmanager werden nach Performance bewertet. Wie entwickelt sich der gemanagte Fond? Wie im Vergleich zu Wettbewerbsprodukten? (#2)

Die Berufsbezeichnung des Fondsmanagers setzt sich aus zwei Begriffen zusammen: Fonds und Manager. Daraus leitet sich bereits ab, was eine solche Fachkraft beruflich leistet. Zunächst sollte jedoch geklärt werden, was eigentlich ein Fonds ist. Hierbei handelt es sich um eine Anlagemöglichkeit für Investoren. Sie dient der Vermehrung des Anlagewerts und kann mit hohen Gewinnen verbunden sein. Was einfach klingt, ist in der Praxis jedoch deutlich komplexer.

Verschiedene Fondsarten machen einen wichtigen Unterschied bei der Anlage und dem damit verbundenen Risiko aus. Es gibt beispielsweise Rentenfonds, Aktienfonds und Geldmarktfonds. Eine andere Variante sind die Mischfonds, bei denen verschiedene Formen ineinander übergreifen.

Fondsvarianten im Überblick:

  • Rentenfonds: Sie sind eine Möglichkeit, um mittelfristig und vergleichsweise risikoarm Geld anzulegen. Es ist mit kleinen Renditen zu rechnen. Rentenfonds sind vorwiegend festverzinsliche Wertpapiere in Form von Anleihen und Pfandbriefen.
  • Aktienfonds: Den Fonds für Aktien werden zwar hohe Renditen nachgesagt, sie sind gleichzeitig jedoch mit einem gewissen Risiko und starken Wertschwankungen verbunden. Sie eignen sich für eine langfristige Anlage, um das Verlustrisiko so gering wie möglich zu halten, und beschränken sich ausschließlich auf die Aktie als Anlage.
  • Geldmarktfonds: Wer sich für ein geringes Anlagerisiko und eine kurze Laufzeit interessiert, ist bei Geldmarktfonds genau richtig. Sie investieren vor allem in Termingelder oder Tagesgelder, die eine extrem kurze Laufzeit haben.
  • Dachfonds: Dachfonds investieren in verschiedene Anlagefonds und streuen dadurch das Risiko für die Anleger sehr breit. Sie sind vor allem für Branchenneulinge und Einsteiger geeignet, da sie keine umfangreiche Marktkenntnis voraussetzen.
  • Offene Immobilienfonds: Eine Anlage in Grundstücke und Immobilien ist über die so genannten Immobilienfonds möglich. Hier wird das Anlagerisiko dadurch reduziert, dass sich mindestens 15 Objekte in einem offenen Immobilienfonds befinden müssen.

Fondsmanager: Welche Aufgaben werden aufgetischt?

Der Fondsmanager werden zum Betreuer des Fondsvermögens im Sinne der Anleger. Er soll dafür sorgen, dass das genannte Vermögen erhalten bleibt, wächst und Gewinne erzielt werden. In der Welt der Finanzen und Anlagemöglichkeiten kommt ihm daher eine sehr verantwortungsvolle und wichtige Aufgabe zu. Sie setzt berufliche Erfahrung, Interesse an der Finanzwelt und engagiertes Arbeiten voraus. Aktuelle Entwicklungen auf dem nationalen und internationalen Markt müssen stetig berücksichtigt werden. Zudem ist der Fondsmanager auch ein Interessenvertreter für seine Anleger und muss in ihrem Sinne handeln. Das erklärte Ziel ist die Gewinnmaximierung. Gleichzeitig ist es dabei wichtig, dass der Fondsmanager die Anlagerisiken im Blick hat und sie professionell einschätzen kann.

Video „So arbeiten Fondsmanager“

Wie kann man Fondsmanager werden?

Angehende Fondsmanager werden einen langen Ausbildungsweg durchlaufen. Der Ausbildungsweg zum Fondsmanager führt in der Regel über ein Studium der Wirtschaftswissenschaften oder Finanzwissenschaft. Einige Interessenten beginnen zunächst mit einer Ausbildung bei einer Bank oder in einem anderen Bereich des Finanzwesens. Hierauf können die ausgelernten Azubis durch ein Studium aufbauen. Da es entsprechend viele Absolventen in diesen Studiengängen gibt, ist ein Abschluss mit guter Note oder ein Studienabschluss an einer Eliteuniversität für die eigene Karriere von Vorteil. Hilfreich kann es auch sein, schon zu Studienzeiten an einigen Tagen, Wochen oder sogar Monaten ein Praktikum zu absolvieren. Es verleiht einerseits erste Einblicke in den Beruf und die täglichen Aufgaben und kann andererseits für das Knüpfen von Kontakten für den späteren Berufseinstieg genutzt werden. Gleichzeitig dient ein Praktikum dem Sammeln praktischer Erfahrungen im Arbeitsalltag eines Fondsmanagers.

Neben diesen allgemeinen Grundvoraussetzungen im Rahmen der Ausbildung sind weitere Fähigkeiten gefragt, um in der Welt der Fonds erfolgreich zu sein. Dazu gehören analytisches Denken und Entscheidungsfreude. Das analytische Denken ist erforderlich, um die Entwicklungen auf dem Markt im Blick zu haben und auf diese möglichst schnell im Sinne der Anleger reagieren zu können. Zudem sollten Grundkenntnisse im Bereich Investmentrecht erworben worden sein und ein sicherer Umgang mit der genutzten Software wird erwartet. Für die Karriere in diesem Bereich ist es zudem unerlässlich, fließend Englisch zu sprechen. Der Finanzmarkt ist international ausgerichtet und die meistgenutzte Sprache ist Englisch. Daher sind professionelle Sprachkenntnisse in Wort und Schrift unerlässlich. Wer diese während des Studiums oder bei vorherigen Jobs nicht erworben hat, kann Sprachkurse mit dem Schwerpunkt Businessenglisch belegen. Sie fördern die Sprachkompetenz und steigern die Chancen für die eigene Karriere als Fondsmanager.

Diese hohen Anforderungen können Absolventen von Hochschulen direkt nach dem Studium in der Regel nicht erfüllen. Meistens folgt auf das Studium eine mehrjährige Tätigkeit im Finanzwesen oder Investmentbereich eines Unternehmens. Mit dieser Berufserfahrung und einer stetigen Weiterbildung in relevanten Bereichen steigen die Kompetenzen und Voraussetzungen für eine Arbeit als Fondsmanager. Der Einstieg in dieses Berufsfeld gelingt Fachkräften meistens in der Position des Junior Fonds Managers. Handlungskompetenz und Verantwortung sind in diesem Fall einem erfahrenen Fondsmanager unterstellt, der als Mentor agiert. Mit wachsender Fähigkeit und Erfahrung wird der Junior Manager meistens nach wenigen Jahren zum vollwertigen Fondsmanager.

Video „Tricks der Fondsmanager“

Wo arbeitet ein Fondsmanager?

Egal ob München, Berlin, Frankfurt oder Hamburg – in beinahe jeder größeren deutschen Stadt gibt es Jobs für Fondsmanager. In Deutschland gibt es rund 12.000 Fonds, in die investiert werden kann. Für viele davon gibt es einen eigenen Manager. Bekannt sind die Fachkräfte in der Regel nur in Insiderkreisen und bei Kollegen der Branche. Fondsgesellschaften sind mögliche Arbeitgeber für eine Fachkraft mit entsprechendem Berufswunsch. Stellenangebote finden Fachkräfte in einschlägigen Portalen und Fachzeitschriften. Deutlich häufiger werden die Experten für Finanzen und Aktien jedoch von Headhuntern gefunden und angesprochen. Nach der ersten Kontaktaufnahme geschieht der Wechsel in einen neuen Job oft schon nach wenigen Tagen, da Experten in ganz Europa stark gefragt sind. Hilfreich für den Einstieg in die Branche sind auch Kontakte zu anderen Experten zum Thema Aktie, Fonds und Finanzen, die am besten schon während des Studiums oder der Ausbildung geknüpft werden. Sie öffnen bei der Jobsuche Türen und vermitteln nicht selten eine Einstiegsanstellung.

Wie viel verdienen Fondsmanager?

Wieviel verdienen Fondsmanager? Interessant wird der Job vor allem im Bereich der Führungskräfte. Dort sind kräftig sechsstellige Einkommen möglich. (#1)

Wieviel verdienen Fondsmanager? Interessant wird der Job vor allem im Bereich der Führungskräfte. Dort sind kräftig sechsstellige Einkommen möglich. (#1)

Das tatsächliche Gehalt eines Fondsmanagers hängt von vielen unterschiedlichen Faktoren ab, wie etwa dem Land der Anstellung, dem Arbeitgeber, der eigenen Qualifikation und Erfahrung und dem Verhandlungsgeschick bei Vertragsausarbeitung. Als Einstiegsgehalt ist mit einem Jahresverdienst von zwischen 60.000 und 100.000 Euro brutto im Jahr zu rechnen. Dieses Gehalt gilt für Junior Fondsmanager, die ihre ersten Berufsjahre absolvieren. Die Führungskräfte in diesem Bereich erhalten durchschnittlich ein Gehalt von ab 120.000 Euro im Jahr abzüglich Steuern.

Ein wichtiger Einflussfaktor auf das Gehalt ist der Standort des Arbeitgebers. In Großbritannien werden beispielsweise sehr hohe Einstiegsgehälter angeboten. Daher kann es im Laufe der eigenen Karriere sinnvoll sein, sich nach einem Job im Ausland umzusehen und dadurch den eigenen Verdienst zu maximieren. Außerdem zahlen Arbeitgeber üblicherweise mehr Gehalt, je mehr Angestellte sie haben. Ausnahmen bestätigen hierbei jedoch die Regel.

Zu dem Grundgehalt eines Fondsmanagers kommt in der Regel ein Bonus für erfolgreiche Arbeit, der jährlich oder in einem festgelegten Zeitabstand ausgezahlt wird. Diese Boni können das Jahresgehalt um ein Vielfaches übersteigen und sind der eigentliche Anreiz für diese anspruchsvolle und verantwortungsvolle Arbeit. Stellenangebote für einen Job als Fondsmanager geben in der Regel noch keine Auskunft über mögliche Sonderzahlungen oder Boni. Diese werden vom potentiellen Arbeitgeber mit dem neuen Arbeitnehmer vor Vertragsunterzeichnung verhandelt. Entscheidend für die Auszahlung der Boni sind beispielsweise der Wert der Aktie, die Wertsteigerung des Fonds durch die Arbeit des Managers und die Erreichung individuell vereinbarter Arbeitsziele.

Mehr Infos zum Thema gibt es hier.


Bildnachweis: © Fotolia – Titelbild vectorfusionart, #2 jentz5262, Shutterstock – #1 Paceman

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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