Volatilität eines Wertpapiers: Die Schwankungsbreite

Die tägliche Volatilität von Wertpapieren liegt bei mehreren Prozent. Solche Schwankungen sind aber nicht nur riskant. Richtig eingesetzt beinhalten sie Chancen, mit denen Sie mehr erzielen.

Anlageprodukte mit hoher Volatilität

Auch an der Börse gilt das, was wir als Interessenten auf der Suche nach dem richtigen Angebot immer wieder feststellen: Hatten wir als Anleger vor rund 20 Jahren fast ausschließlich die Auswahl zwischen dem einen oder dem anderen Optionsschein, so ist die Auswahl an rentablen Anlageformen heutzutage um ein hohes Maß gestiegen.

Das gilt vor allem für den Bereich der Produkte, bei denen eine hohe Volatilität zugrunde liegt, zu denen die folgenden Formen gehören:

  • Turbos und Open End Turbos
  • Mini Futures und Futures
  • Faktor-Zertifikate
  • Derivate und andere Optionen

Für den richtigen Umgang mit diesen sogenannten Hebelprodukten, die sowohl täglich als auch auf die Dauer an der Börse unregelmäßigen Schwankungen unterstehen, ist es sehr wichtig, die Volatilität im Auge zu behalten. Ob und in welchem Umfang sie sich verändert, kann letztendlich für den Erfolg einer Investition ausschlaggebend sein.

Dazu sind diese Fakten wichtig:

  • Durch ihre hohe Nachfrage haben sie sich an der Börse zu einer eigenen Assetklasse entwickelt.
  • Bei Optionen mit starker Volatilität lohnt sich der Kauf, weil sie im Moment des Verkaufen oftmals eine sehr hohe Rendite erzielen.
  • Ratsam sind daher auch mehrschichtige Geschäfte mit Wertpapieren, die eine hohe Volatilität haben, in Kombination mit klassischen Aktienwerten, um langfristig eine Zusatzrendite zu erreichen.

Video: Börsenwissen: Was ist Volatilität?

Börse: Volatilität spricht für gute Tendenzen

Generell ist es dabei wichtig, sich an der Börse darauf zu konzentrieren, in wiefern die Marktphasen durch die Volatilität bestimmt werden. Das sagt nicht nur für den einzelnen Tag sondern generell für Sie als Anleger vieles über die Wertanlagen aus, die Sie ins Auge gefasst haben.

Besonders wenn Sie neu an der Börse sind oder sich einmal auf Wertpapiere einlassen wollen, die ihnen bisher unbekannt sind, kann die Beobachtung der Volatilität sehr nützlich sein. Das liegt daran, dass ein Markt, der von seinem Umsatz her stark ist, vorrangig an seinen Bewegungen zu erkennen ist.

Ein Fakt, den Sie als Anleger wie folgt für sich nutzen können:

  • Beobachten Sie die Chart, also die Abbildung der Preisbildung, am besten täglich.
  • Befassen Sie sich auch mit der Volatilität in den letzten Wochen, Tagen oder Stunden.
  • Vergleichen Sie, abhängig vom aktuellen Stand an der Börse, vor allem auch, wie sich einige große  merkliche Kursveränderungen ausgewirkt haben.
  • Lösen Sie sich ruhig auch mal von klassischen gesicherten und langfristigen Optionen.
  • Richten Sie sich bei neuen Anlagen verstärkt auf kurzfristige und mittelfristige Angebote.
  • In diesen Bereichen kommen positive Renditenergebnisse in kürzeren Zeiträumen und damit oftmals sehr viel erfolgreicher vor.
  • Verabschieden Sie sich mehr und mehr von der althergebrachten Ansicht, dass eine erfolgreiche Börse sich dadurch auszeichnet, dass sie eine geringe Volatilität zeigt.

Börse: Volatilität und gute Rendite

Zunehmend wird es sogar sehr deutlich, dass die Volatilität für stabile Renditenentwicklungen an der Börse eine entscheidende Rolle spielt. Das liegt vor allem in ihrem Wesen selbst, denn wie es auch im Börsenlexikon erläutert wird, ist es gerade die Volatilität, die bei einem bestimmten Basiswert einer Aktie oder von Optionen das Ausmaß und die Stärke der Schwankungen angibt. Bezogen wird dieses auf einen bestimmten Zeitraum, in dem sich entsprechend die Kurse einer Anlageform dann als volatil entwickeln.

Für den einzelnen Anleger hat diese Volatilität die folgende Bedeutung:

  • Das Verlustrisiko und die Chance auf eine hohe Rendite lassen sich besser einschätzen.
  • Je höher bei einem Kurs bisher die Volatilität nach oben oder unten, desto risiko- aber auch chancenreicher ist eine Investition.
  • Je stärker die Volatilität bei einer Wertanlage ist, umso höher ist auch die Renditechance.
  • Ausschlaggebend ist sowohl die implizite Volatilität, also die aktuelle und zukünftig zu erwartende Schwankungsbreite, also auch die explizite Volatilität hingegen. Sie zeigt die Kursschwankungen in der Vergangenheit.
Zunehmend wird es sogar sehr deutlich, dass die Volatilität für stabile Renditenentwicklungen an der Börse eine entscheidende Rolle spielt.

Zunehmend wird es sogar sehr deutlich, dass die Volatilität für stabile Renditenentwicklungen an der Börse eine entscheidende Rolle spielt.(#01)

Börsenlexikon: Wesen der Volatilität

Wie hoch oder tief Optionen oder andere Formen der Anlage in ihrem Kurs schwankend sind, das hängt auch davon ab, mit welchem Handelsvolumen an der Börse agiert wird. Je mehr Optionen, Aktien oder andere Wertanlagen eines Anbieters gerade im Umlauf sind, desto stärker kann sich die Volatilität entwickeln.

Daraus ergibt sich folgender Tipp: Wem starke Schwankungen arg zu schaffen machen, der sollte sich lieber auf die größeren Aktienanbieter als auch “kleine Werte” konzentrieren.

Dabei kommt es jedoch auch auf eine Besonderheit der Volatilität an, die es an der Deutschen Börse in Form eines eigenen Index für den DAX, den VDAX-NEW, gibt. Laut dem Börsenlexikon handelt es sich dabei um die Schwankungsbreite für den deutschen Leitindex DAX, der in den kommenden 30 Tagen zu erwarten ist.

Als Anlieger bietet ihnen dieser Wert also vor allem den Vorteil, dass Sie die aktuelle Volatilität auf einen Blick erkennen.

Das ist vor allem bei kurzfristigen Entscheidungen über einen Kauf oder Verkauf für Sie wichtig, denn hier gilt: Je höher der Wert des VDAX-NEW, desto stärkere Kursschwankungen sind zu erwarten.

Volatilität: Ihre Vorteile aus dem VDAX

Damit Sie als Anleger die Volatilität der Wertanlagen, in die Sie investieren oder die Sie im Auge haben, besser einschätzen können, sollten Sie regelmäßig auch einen Blick auf den VDAX werfen.

Darin bestehen für Sie nämlich langfristig wichtige Informationen und Vorteile, wie etwa diese:

  • Der VDAX beschreibt nicht nur die aktuelle Schwankungsform. Er zeigt auch die Erwartungen zu der zukünftigen Volatilität auf.
  • Durch diese Eigenschaft ist es besser und sicherer, die eigenen Wertanlagen zu planen.
  • Bei langsam steigenden DAX-Kursen ist davon auszugehen, dass der VDAX fällt.
  • Wenn der DAX hingegen eine absinkende Tendenz zeigt, dann steigt der VDAX an.

Allgemein wird der VDAX von den Experten der Börse auch als eine Art Stimmungsindikator für die Entwicklung von Wertanlagen gesehen. Größtenteils sogar als “Sorglosigkeits-Indikator”, da durch ihn die realistischen Erwartungen an die Anlagekurse nicht nur mutmaßlich eingeschätzt sondern in sehr realistischer Form ermittelt werden.

Dabei gilt vor allem folgende Tendenz: Je optimistischer das Handeln von versierten Experten an der Börse, desto niedriger fällt auch die implizierte Volatilität aus. Anders entwickelt sich der Markt allerdings, wenn sich die Experten mit einer zurückhaltenden Weise auf dem Parkett der Börse bewegen.

Eine Frage, die bei dieser Thematik immer wieder aufkommt, ist daher auch jene, ob Optionen, Aktien und andere Anlageformen, die eine hohe Volatilität bieten, auch tatsächlich stärkerer Gewinnchancen nach sich ziehen.

Eine Frage, die bei dieser Thematik immer wieder aufkommt, ist daher auch jene, ob Optionen, Aktien und andere Anlageformen, die eine hohe Volatilität bieten, auch tatsächlich stärkerer Gewinnchancen nach sich ziehen.(#02)

Volatilität: Tendenz der Gewinnchancen

Eine Frage, die bei dieser Thematik immer wieder aufkommt, ist daher auch jene, ob Optionen, Aktien und andere Anlageformen, die eine hohe Volatilität bieten, auch tatsächlich stärkerer Gewinnchancen nach sich ziehen. Unabänderlich gültig legen sich selbst Experten der Börse dabei nicht auf eine Antwort fest. Es gibt aktuell eine Tendenz, die zwischen der Meinung, dass eine langfristig große Schwankungsbreite einzelner Werte nicht automatisch hohe Renditen nach sich zieht, folgt.

Ebenso hoch ist aber auch der Anteil der Experten in Sachen Börse, die genau die gegenteilige Meinung vertreten und in einer hohen Volatilität besonders gute Renditechancen sehen. Wenn Sie von daher in Zukunft bei der Entscheidung, Wertanlagen zu verkaufen oder in neue zu investieren, noch weitere Unterstützung benötigen, dann kommt es auch auf folgenden Tipp an:

Volatilität: Die Kennzahl als Risikomaß

Gerade bei Optionen oder anderen Wertanlagen, die stark schwankend sind, müssen Sie auch immer einen höhere Tendenz der Verlustmöglichkeiten mit einkalkulieren.

Das hängt von den hier genannten Faktoren ab, die Sie immer in Betracht ziehen sollten:

  • Die Kennzahl beinhaltet nur eine Standardabweichung.
  • Sie deckt nur die Kurse ab, die mit einer Chance von 68,3 Prozent eintreten.
  • Die Wertschwankung ist daher mit 31,7 Prozent größer als die errechnete Volatilität.
  • Die Volatilität kann zukünftige Entwicklungen nur als Prognose abbilden.
  • Unvorhergesehene Ereignisse können diese Prognose aus dem Lot bringen.
  • Die Volatilität kann leicht manipuliert werden, da sie von vielen Faktoren abhängt.
  • Die Volatilität bildet ausschließlich Schwankungen ab, zeigt aber keine Richtung.

Unter dem Strich lässt sich als Fazit vor allem sagen, dass es eine zu einfache Sichtweise wäre, die zu erwartete Volatilität eines Wertpapiers als aussagekräftigen Indikator zu sehen, wie es um die Risiken ebensolchen Wertpapiers steht. Im Gegenteil, ein in sich schwankender Wert von Optionen, Aktien oder anderen Wertanlagen sagt als solcher erst einmal nichts aus darüber, ob Sie als Anleger hier mit einem fundamental gefestigten Wert oder einem Risiko rechnen müssen.

Vielmehr ist es, gesehen bei dem einzelne Wertpapier, nur eine Eigenschaft, die Hinweise auf die innewohnenden Risiken von Anlagen geben können.

Video: Diese Aktien profitieren von steigender Volatilität // Mission Money

Volatilität: Studie zu Renditenentwicklung

Darüber hinaus sollten Sie bei dem praktischen Umgang mit Optionen, Aktien und anderen Anlagen auch immer von der folgenden Erkenntnis ausgehen: Entgegen allen Behauptungen zeigt es sich in der Praxis, dass Wertpapiere, die eine niedrige Volatilität an den Tag legen, über längere Zeiträume eine überdurchschnittliche Renditenentwicklung nach sich ziehen.

Auch aus dem Grund ist die Behauptung, dass eine niedrigere Volatilität mit niedrigeren Renditen belohnt und entsprechend bei einer höheren dann auch eine Volatilität mit höheren Renditen folgt, in der Praxis gesehen nicht haltbar. Trotzdem wäre es für Sie als Anleger unverantwortlich, die Volatilität zu ignorieren.

Zu dem Ergebnis kommt auch eine Studie der ETH Zürich um den französischen Physiker Didier Sornette:

  • Es besteht kein systematischer Beweis, dass eine steigende Volatilität als Warnsignal für eine schlechtere Rendite anzusehen ist.
  • Bei 40 untersuchten Finanzmarktblasen hat es in rund zwei Drittel der Fälle Kurseinbrüche gegeben.
  • Die tendenziell schlechtere Rendite habe immer nach einer Phase geringer Volatilität zu Buche geschlagen.

In Anbetracht der geringen Stichprobe, die für diese Erhebung zugrunde gelegt worden ist, lässt sich aber nicht sicher von der Hand weisen, dass es sich hier um ein zufälliges Ergebnis handelt. Oder um eine triviale Folgeerscheinung, die nach dem entsprechenden Muster abläuft: Bricht ein Markt ein, so steigt die Volatilität. Von daher kann sie vorher nur niedriger gewesen sein.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: kurhan -#01: logoboom-#02: streetlucifer

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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