Wie Aktien bewerten?

Wer erfolgreich mit Aktien handeln möchte, sollte vor einem An- oder Verkauf die Bewertung des Wertpapieres unter die Lupe nehmen. Denn nur so kann das Risiko minimiert und die erhoffte Rendite langfristig auch erzielt werden. Doch wie Aktien bewerten? Wo stehen die direkten Mitbewerber und wie sind die Gewinnaussichten der gesamten Branche einzuschätzen? Wir helfen Ihnen, im Dschungel der Bewertungsoptionen, den Überblick zu behalten!

 Mit Kennzahlen die Zukunft einschätzen

Die schlechte Nachricht vorweg: Es gibt keine allgemeingültige, einfache Faustformel zur Bewertung von Wertpapieren. Ein Licht am Horizont allerdings sind die Kennzahlen, die bei der geeigneten Auswahl der passenden Wertpapiere helfen können. Ein Überblick:

  • Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • Kurs-Buchwert-Verhältnis
  • Dividendenrendite
  • Eigenkapitalrendite
  • Cash-Flow pro Aktie
  • Chartanalyse
  • Fundamentanalyse
  • Substanz- und Ertragswert
Zur Berechnung des KGV wird der aktuelle Börsenkurs durch den geschätzten Reingewinn pro Aktie dividiert. (#1)

Zur Berechnung des KGV wird der aktuelle Börsenkurs durch den geschätzten Reingewinn pro Aktie dividiert. (#1)

Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Das KGV ist eine besonders gebräuchliche Kennziffer bei der Beurteilung von Wertpapieren. Zur Berechnung wird der aktuelle Börsenkurs durch den geschätzten Reingewinn pro Aktie dividiert.

Beispielrechnung: Kurswert Aktie: Euro 25,-  / Gewinn pro Aktie: Euro 2,-  / Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5.

Allerdings ist diese Formel kaum aussagekräftig über die Entwicklung des Unternehmens. Erkennbar ist dies auch daran, dass Anleger unterschiedliche Schlüsse ziehen: Ist das KGV der Firma niedriger als das des Branchendurchschnitts, halten einige die Aktie für unterbewertet und kaufen. Kritiker wiederum sehen sie als Ladenhüter ohne Zukunft und nehmen Abstand.

Achtung: Zuerst müssen für den Reingewinn Zinsen, Steuern und Abschreibungen subtrahiert werden! Und überlegen Sie, ob Sie den Gewinn des Vorjahres zur Berechnung verwenden oder den erwarteten Gewinn des laufenden Jahres.

  • Vorjahr: gesichert, aber veraltet.
  • Laufendes Jahr: vage Schätzung.

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Beim KBV wird der aktuelle Aktienkurs durch den Buchwert des Wertpapiers geteilt. So ergibt sich die Häufigkeit der Bereitschaft des Marktes, um das Eigenkapital eines Unternehmens zu bezahlen. Alles unter der Kennzahl „1“ wird von Fachleuten als empfehlenswert angesehen.

Dividendenrendite

Hier wird die Dividende einer Aktie durch den aktuellen Kurs des Wertpapiers geteilt und sodann mit 100 multipliziert. Sie gilt als Verzinsung des in den Aktien investierten Kapitals. Als attraktiv gelten Renditen um die 4-%-Marke.

Bei einer Chartanalyse steht der bisherige Kursverlauf des Wertpapiers im Fokus. (#2)

Bei einer Chartanalyse steht der bisherige Kursverlauf des Wertpapiers im Fokus. (#2)

Eigenkapitalrendite

Der Reingewinn einer Firma wird durch ihr Eigenkapital dividiert. So ergibt sich ein Indikator für die wirtschaftliche Effizienz des Unternehmens im Vergleich zur Konkurrenz.

Cashflow

Bei dieser Kennzahl wird die Liquidität eines Unternehmens als Gewinn vor Abschreibungen und Rückstellungen berechnet. Sie lässt Rückschlüsse auf die allgemeine finanzielle Firmenstruktur zu.

Chartanalyse

Der bisherige Kursverlauf des Wertpapiers als Grafik angezeigt, steht hier im Fokus. Befürworter gehen davon aus, dass sich das Verhalten der Anleger aus vorhersehbaren Zyklen und Trends ergibt.

Fundamentalanalyse

Einen fairen Aktienpreis will die Fundamentalanalyse ermitteln. Sie basiert auf betriebswirtschaftlichen Daten und dem ökonomischen Umfeld des Unternehmens wie seiner Bilanzanalyse. Andere aktienkursbezogene Kenngrößen werden mit einbezogen.

Substanz- und Ertragswert

Substanzwert: Wert aller Firmenvermögensgegenstände wie Immobilien und Maschinen abzüglich ihrer Verbindlichkeiten
Ertragswert: Wert des Unternehmens aus erwirtschafteten Gewinnen

Wie Aktien bewerten?

Am besten lässt es sich mit Aktien handeln, wenn mehrere der oben genannten Kennzahlen kombiniert werden. So kann am genauesten die künftige Entwicklung eines Unternehmens eingeschätzt werden. Achten Sie unter anderem auf die folgenden Faktoren:

  • Geschäftsmodell / Unternehmensstrategie
  • Produktqualität
  • Kundennutzen
  • Markenstärke
  • Marktgröße
  • Wettbewerb

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Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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