Indexfonds vs. aktiv gemanagtem Fonds

Mit Indexfonds oder aktiv gemanagten Fonds arbeiten, welche Investition ist die richtige Wahl? Beide Modelle haben ihre eigenen Vorteile. Doch worin liegt eigentlich der Unterschied?

Passive Indexfonds oder aktive Fonds: Zwei interessante Anlageformen

Wer auf die Fachkenntnisse von erfahrenen Fondsmanagern vertraut, für den sind aktiv gemanagte Fonds eine gute Entscheidung. Bei den reinen Indexfonds, bei denen es sich um Exchange Traded Funds handelt (ETF), wird im Gegensatz dazu ein Index nachgebildet. Durch die Abbildung eines kompletten Index sind die Renditechancen bei dieser Variante sehr hoch.

Meistens ist individuelle Anlagestrategie die Basis für eine Anlage-Entscheidung. Einige Investoren setzen vor allem auf Sicherheit, andere wünschen sich bessere Chancen und nehmen dafür ein höheres Risiko in Kauf. Sowohl die Indexfonds als auch die aktiven Fonds haben ihre Vorteile aber auch Nachteile. Diese Details sollen nachfolgend ausführlich erklärt werden, um den Anlegern eine sichere Entscheidungshilfe zu geben.

Indexfonds: Sind ETFs tatsächlich die besseren Fonds?

Warum ETFs so beliebt sind

Die Indexfonds oder ETFs sind unter anderem deshalb so gefragt, weil hier nur sehr geringe Gebühren anfallen. Das wird auch von Rating-Agenturen wie Scope bestätigt, die die öffentlich zugelassenen Fonds in Deutschland überprüft haben.

Beim Scope-Vergleich der ETFs mit den aktiv gemanagten Fonds hat sich außerdem gezeigt, dass die ETFs in ihrer bis zu zehnjährigen Entwicklung nur von wenigen Fonds übertroffen werden. Die Performance bei den meisten aktiven Fonds erreicht oft nicht die Benchmark, mit anderen Worten: Der Vergleichs-Aktienindex ist stärker als der eigentliche Aktienfonds. In Deutschland wird hierfür der Deutsche Aktienindex (DAX) angesetzt.

Tatsächlich liegt die Rendite von den aktiv gemanagten Fonds bei 2,5 % unterhalb der Benchmark, bezogen auf einen einjährigen Verlauf. Bei längeren Laufzeiten von beispielsweise 10 Jahren kam es sogar zu sogenannten „Unterrenditen“, die nahezu 25 % ausmachten.
Im Kontrast dazu liegen die ETFs als passive Indexfonds fast auf der gleichen Linie wie die Benchmark-Rendite. Sie erweisen sich also als die bessere Variante im Vergleich zu den aktiven Fonds.

Im Verhältnis zu den aktiven Fonds liegt die Fondsgebühr bei den Indexfonds deutlich niedriger. (#01)

Im Verhältnis zu den aktiven Fonds liegt die Fondsgebühr bei den Indexfonds deutlich niedriger. (#01)

Die Fondsgebühr

Im Verhältnis zu den aktiven Fonds liegt die Fondsgebühr bei den Indexfonds deutlich niedriger. Die folgenden Stichpunkte zeigen, wie hoch die Kosten beim Handel mit Aktienfonds sind:

  • Im Durchschnitt muss man beim Handel mit aktiven Aktienfonds mit jährlichen Kosten von 1,89 % rechnen. Wer mit den Fonds Profit machen möchte, muss diese Belastung also wieder wettmachen, damit die Rentabilität zufriedenstellend ist.
  • Bei einem ETF liegt der Kostenanteil bei einem Durchschnitt von lediglich 0,44 % im Jahr. Hier sparen die Anleger also 1,45 %.

Teilweise können die Renditen so hoch sein, dass die Gebühren eine geringere Rolle spielen. Trotzdem fällt der große Unterschied zwischen den aktiven Fonds und den ETFs auf. Sicherlich ist das einer der Gründe, warum die Anlageform der Indexfonds so viele Freunde findet. Laut Scope-Agentur stieg der Markt der ETFs in Deutschland um 25 % an. Andere Anlageformen können bei dieser Entwicklung nicht mithalten.

Näheres zum Indexfonds

Die ETFs als börsengehandelte Indexfonds sollen die Kursverläufe von einem Index so exakt wie möglich nachbilden. Bei dem betroffenen Index handelt es sich zum Beispiel um den DAX, den Dow Jones oder den Nikkei Index. Der Indexfonds soll den Index dadurch abbilden, indem er alle Aktien im Portfolio enthält, die mit der entsprechenden Gewichtung auf der Liste des Index stehen. Anders als bei dem aktiv gemanagten Fonds werden also die Aktien im Indexfonds repliziert, die im Originalindex enthalten sind.

So ist es nicht mehr nötig, dass ein Fondsmanager eingreifen muss, um einzelne Bestandteile abhängig vom Börsengeschehen oder anderen Kriterien zu kaufen oder zu verkaufen. Die Schwankungen des ETFs orientieren sich an den Indexbewegungen, sodass nur hin und wieder eine Anpassung an die Aktiengewichtung stattfinden muss.

Wie Fonds grundsätzlich funktionieren

Bei einem Fonds wird das Geld mehrerer Investoren genutzt, um dieses in bestimmte Vermögenswerte zu investieren. Das können Aktien, Anleihen, Immobilien, Währungen oder Rohstoffe sein. Durch die Aufteilung auf mehrere Sparten wird das Verlustrisiko deutlich verringert. Auch bei einem kleineren Kapitaleinsatz haben die Anleger die Gelegenheit, auf Top-Vermögenswerte zu setzen, für die man normalerweise mehr Kapital benötigt.

Wenn der Kurs des einen Wertpapiers sinkt, steigen dafür andere Werte. Die erfahrenen Finanzprofis, die einen solchen Fonds verwalten, wissen das Börsengeschehen zu deuten und handeln, wenn es nötig ist. Durch die Analyse der verschiedenen Aktien und den Zugang zu stets aktuellen Informationen können sie gegebenenfalls rechtzeitig eingreifen.

Video: Indexfonds: Sind ETFs tatsächlich die besseren Fonds?

Die Entwicklung der Indexfonds

Die Indexfonds sind in Deutschland noch relativ jung. Erst im Frühjahr 1998 wurden sie vom Finanzmarktförderungsgesetz für den Handel zugelassen. Bis dahin war es nur im Ausland erlaubt, ganze Indizes komplett abzubilden. Diese besondere Anlageform verbreitet sich seit 1998 auch in Deutschland: Auch hier sollten die Anleger die Chance haben, durch den Indexhandel Profit zu machen. Die erste deutsche Plattform für ETFs in Europa wurde 2000 eingerichtet.

Seit diesem Jahr ist der Markt förmlich explodiert, wie die folgenden Zahlen zeigen:

  • Das europäische Fondsvolumen übersteigt inzwischen die Marke von 300 Milliarden Euro,
  • 2015 gab es schon mehr als 1.400 ETF-Produkte,
  • Deutschland rangiert als ETF-Markt auf dem zweiten Platz hinter den USA.

Der Beliebtheitsgrad der passiven Indexfonds hängt unter anderem mit den Empfehlungen der Börsenexperten zusammen. Unter anderem spricht sich Warren Buffet positiv für diese Anlageform aus.

Video: ETF vs. aktive Fonds: Chancen & Risiken in Crash-Zeiten

Die Transparenz für Fondsanleger

Ob Kleinanleger oder Großinvestor, die börsennotierten Fonds sollte möglichst transparent gestaltet sein. Bei den passiven Indexfonds ist es kein Problem, den Aufbau zu überprüfen. Meistens wird nur ein Index nachgebildet, dessen Zusammensetzung gut erkennbar ist. Die bekannten Kurse lassen sich zu jedem Zeitpunkt abrufen, um die Entwicklung zu beobachten.

Bei den aktiven Fonds ist die Wertentwicklung oft nicht ganz so einfach nachzuvollziehen, zumindest kann es etwas länger dauern, bis man über die Anpassungen der Fondsmanager informiert wird. Zu bestimmten Stichtagen, oft mit einer zeitlichen Verschiebung, erhält man die genauen Daten der aktiven Fonds. So kann es passieren, dass man nicht immer über den aktuellen Stand des Aktienfonds auf dem Laufenden ist.

Wie krisenanfällig sind Indexfonds und aktive Fonds?

Die ETFs scheinen eine sinnvolle Option zu sein, um von dem Auf und Ab an den Aktienmärkten zu profitieren. Ohne großen Kostenaufwand und mit breiter Streuung kann man relativ sicher in den Markt investieren. Dennoch gibt es Warnungen, die auf die Schwankungen der Kurse und die Krisenanfälligkeit der ETFs hinweisen.

Im Vergleich zu den aktiven Aktienfonds fällt auf, dass auch diese den üblichen Schwankungen unterliegen. Häufig lässt sich eine Baisse auch von den erfahrenen Fondsmanagern nicht vorhersehen, sodass die Aktienbestände zu Einbußen im Fondskapital führen. Die erhoffte Rendite ist also in beiden Fällen gefährdet, ob man sich für passive Indexfonds oder für aktive Fonds entschieden hat.

Bei der Investition in Aktien kann man zwar mit einer höheren Rendite rechnen, die bei durchschnittlich 8 % im Jahr liegt, doch Fonds bieten sehr viel mehr Investitionssicherheit. Die Bestände sind so ausgewählt, dass die Schwankungen nicht zu stark werden – dadurch ist zwar die Gewinnchance nicht so hoch, dafür hat man ein geringeres Risiko.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Who is Danny-#01: Onchira Wongsiri

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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