Kriterien: Fonds für den langfristigen Vermögensaufbau

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Wertpapiere können eine sehr gute Option sein, um den eigenen Vermögensaufbau voranzutreiben. Speziell Aktien gelten als Top-Anlageform. Aber: Sie haben den Nachteil, dass einzelne Papiere auch einen Totalverlust verursachen können. Für Menschen mit Sicherheitsdenken sind daher Fonds die bessere Wahl.

Vorteil von Fonds gegenüber Aktien

Der Begriff Fonds steht für den sprichwörtlichen Aktienkorb. Der wesentliche Vorteil dieser Anlageform ist die Streuung des Risikos. Investiert eine Person eine große Summe in einen Aktien-Einzelwert, kann eine schlechte Unternehmensführung oder Pleite zu Verlusten führen. Für den Vermögensaufbau bedeutet dies ein erhebliches Risiko, das speziell bei den renditeträchtigen „Exoten“ greift.

Ein Fonds gleicht solche Risiken durch Streuung aus. Die Fondsgesellschaft kauft verschiedene Aktien und kann so die schlechte Performance einzelner Papiere ausgleichen. Das gilt auch anders herum: Die mögliche Fondsentwicklung durch enthaltene im Kurs steigende Aktien wird von den weniger stark steigenden Papieren ausgebremst.

Aktien sind für Anleger die bereit sind ein Risiko einzugehen ( Foto: Shutterstock- Gorodenkoff )

Aktien sind für Anleger die bereit sind ein Risiko einzugehen ( Foto: Shutterstock- Gorodenkoff )

Ausgabeaufschlag und Gebühren

Die Investition in Fonds ist an den Ausgabepreis gekoppelt. Speziell Einsteiger sind teilweise überrascht, dass die erworbenen Anteile geringer sind, als sie bei ihrer Investitionssumme erwarten würden. Das liegt am Ausgabeaufschlag, der je nach Fonds bei rund fünf Prozent liegen kann.

Findige Anleger suchen daher nach Kaufmöglichkeiten über Online-Broker oder Banken, über die sie ihren gewünschten Aktienfonds ohne diese Gebühr erwerben können. Das senkt den Preis bzw. bringt für die gleiche Summe mehr Fondsanteile ein. Es greift die alte Börsenweisheit: Der Gewinn liegt im Einkauf.

Der Ausgabeaufschlag ist ein prozentualer Preis, den die Gesellschaften erheben, um ihre Kosten zu decken. Er reduziert für Anleger die Rendite für den eingesetzten Gesamtbetrag. Daher benötigen Fonds häufig etwas länger, um in die Gewinnzone zu klettern.

Zusätzlich sollten Anleger beachten, dass für viele Fonds auch eine geringere jährliche Gebühr fällig wird. Bei der Kalkulation sind die Gesamtkosten für den Fonds unbedingt zu beachten. Wer seine Rendite maximieren möchte, wählt bei zwei gleichwertigen Fonds den aus, der geringere Einstiegs- und Unterhaltskosten verursacht.

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Wo investieren: Aktiv oder passiv? Fonds oder ETF? Thesaurierend oder ausschüttend?

Es gibt zwei grundlegend verschiedene Fondstypen. Die einen sind aktiv gemanagt. Das bedeutet, eine oder mehrere Personen sind für die Zusammenstellung verantwortlich. Die Fondsmanager stellen nach zuvor festgelegten Gesichtspunkten die Aktien zusammen und versuchen dabei, eine bestmögliche Rendite zu erzielen.

Das beinhaltet auch Umschichtungen im Laufe der Zeit, um die Performance zu verbessern. Die anderen sind das Gegenteil davon: passive Fonds. Diese bilden in der Regel automatisiert einen Index ab. Die Fondszusammensetzung gleicht der des Referenzindex wie zum Beispiel dem DAX oder einem Branchenindex. Verschiebt sich die Gewichtung der Aktien innerhalb des Index oder wechseln Aktien im Index, bauen die Fondsgesellschaften diese Änderung nach.

Für Anleger folgt daraus ein Unterschied bei der Bewertung für den Vermögensaufbau: Denn aktiv gemanagte Angebote bedeuten ein überwachtes Risiko und das Bestreben, das für den Fonds gesetzte Ziel zu erreichen.

Das Ziel ist wichtig: Aggressive Fonds bedeuten ein größeres Risiko, konservative Fonds bedeuten tendenziell geringere Renditen. Hier kommt es auf das Gespür der Manager an, eine gute Performance zu erzielen. Passive Indexfonds bilden dagegen nur die Gesamtentwicklung an einer Börse oder in einer Branche nach. Die Anleger partizipieren also an der Entwicklung des hinterlegten Index.

Wertpapiere können eine sehr gute Option sein, um den eigenen Vermögensaufbau voranzutreiben. ( Foto: Shutterstock- Tijana Simic )_

Wertpapiere können eine sehr gute Option sein, um den eigenen Vermögensaufbau voranzutreiben. ( Foto: Shutterstock- Tijana Simic )_

ETFs als günstige Variante

Die passiven ETFs sind eine besonders attraktive Anlageform. Da sie einen Index nachbilden, sinken die Verwaltungskosten. Die Anleger zahlen deutlich geringere Gebühren und je nach Fonds auch niedrigere Ausgabeaufschläge. Das verspricht durch geringere Kosten mehr Rendite. Jedoch verzichten Anleger darauf, dass die Anteile die Entwicklung eines Index übertreffen können, wie es bei aktiv gemangten Anlagen häufig Ziel ist.

Tipp: Ein Sparplan für einen ETF kann ein sehr günstiges und langfristig attraktives Modell für den Vermögensaufbau sein. Durch regelmäßige Einzahlungen wachsen nach und nach eine stattliche Anteilsanzahl und so ein Vermögen heran. Dabei gleichen die regelmäßig gezahlten festen Beträge Spitzen in der Kursentwicklung aus, sodass diese „Sparform“ relativ risikoarm ist.

Thesaurierende oder ausschüttend Fonds?

Ein weiterer Gesichtspunkt bei der Entscheidung für ein bestimmtes Angebot ist die Art der Ausschüttung. Es gibt Fonds, die schütten Gewinne (zum Beispiel gesammelte Dividenden) an die Anleger aus. Andere nutzen diese Gelder, indem sie neue Aktienkäufe tätigen und so die Fondsanteile stärken. Beides kann sinnvoll sein. Einige Experten führen jedoch aus, dass thesaurierende Anlageformen in der Regel für den Vermögensaufbau mehr Vorteile bieten. Im Wesentlichen lässt sich das mit dem Zinseszinseffekt begründen, der insbesondere bei langfristigen Investitionen zum Tragen kommt.

Individuelle Situation entscheidet

Für den Vermögensaufbau ist eine gesunde Mischung aus Sicherheit und Renditechance sinnvoll. So steigern sich Investitionen im Laufe der Jahre zu einer erheblichen Summe. Wesentlich sind dabei günstige Konditionen. Aber auch die eigen Renditeerwartung und die persönliche Risikofreude spielen eine Rolle.

Nicht zuletzt zählt der Anlagehorizont: Wer das Geld in zehn Jahren benötigt, sollte ein geringeres Risiko eingehen als jemand, er noch 30 Jahre Zeit hat, bis die Investition sich auszahlen muss. Fonds sind für beide Fälle eine gute und gegenüber Einzelwerten vergleichsweise sichere Wahl. Welche Fonds die eigenen Ansprüche erfüllen, ist jedoch stets eine individuelle Entscheidung.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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