Für das Alter vorsorgen: Was ist bei der privaten Altersvorsorge zu beachten?

Da die gesetzliche Altersvorsorge ihre Aufgabe immer unzureichender erfüllt, ist es wichtig, privat vorzusorgen. Dafür gibt es viele interessante Möglichkeiten – beispielsweise eine fondsgebundene Rentenversicherung.

Für das Alter vorsorgen: Unverzichtbar für einen angenehmen Lebensabend

Viele Menschen sehnen sich nach der Rente. Nachdem sie über Jahrzehnte hinweg gearbeitet haben, möchten sie nun entspannen und das Leben genießen. Endlich die Reisen durchführen, die schon seit Jahrzehnten geplant waren, Ausflüge unternehmen oder etwas öfter die Oper oder das Theater besuchen: Das sind die Wünsche vieler Menschen, die das Renteneintrittsalter bereits fast erreicht haben.

Allerdings tritt in vielen Fällen bereits kurze Zeit später Ernüchterung auf. Die Träume, die mit diesem Schritt verbunden waren, lassen sich häufig nicht verwirklichen. Der Grund dafür liegt darin, dass dafür einfach das Geld nicht reicht. Das führt dazu, dass die Möglichkeiten im Alter stark eingeschränkt sind. Anstatt ein erfülltes Leben zu genießen, sind viele Menschen plötzlich von der Armut bedroht.

Die gesetzliche Rentenversicherung: Nicht ausreichend für eine gute Absicherung

Der Grund für dieses Phänomen besteht darin, dass die gesetzliche Rentenversicherung – die über viele Jahrzehnte hinweg das mit großem Abstand wichtigste Standbein der Altersvorsorge darstellte, ihre Aufgabe nicht mehr vollständig erfüllen kann. Das zugrunde liegende System beruht auf dem Generationenvertrag. Dieser sagt aus, dass die aktuell erwerbstätige Generation die Zahlungen für die Senioren durch ihre Beiträge finanziert. Dafür erhalten die Arbeitskräfte das Recht, später die entsprechenden Leistungen in Anspruch zu nehmen, für die die zukünftigen Generationen aufkommen werden.

Dieses System hat lange Zeit gut funktioniert, doch befindet es sich im Moment in einer schweren Krise. Das liegt daran, dass die Geburtenrate deutlich abgenommen hat. Gleichzeitig ist die Lebenserwartung stark angestiegen. Das bedeutet, dass immer weniger Erwerbstätige für immer mehr Senioren aufkommen müssen. Diesem Dilemma begegnet die Politik damit, dass sie das Rentenniveau immer stärker reduziert.

Während die Zahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung in den meisten Fällen ein gutes Auskommen sicherstellten, ist dies mittlerweile nicht mehr der Fall. Wer auch im Alter gut durchs Leben kommen und sich eventuell das eine oder andere Extra leisten will, sollte daher auf jeden Fall zusätzlich privat vorsorgen.

Der Grund für dieses Phänomen besteht darin, dass die gesetzliche Rentenversicherung – die über viele Jahrzehnte hinweg das mit großem Abstand wichtigste Standbein der Altersvorsorge darstellte, ihre Aufgabe nicht mehr vollständig erfüllen kann.(#01)

Insbesondere für Frauen ist eine zusätzliche Absicherung wichtig

Hierbei gilt es zu beachten, dass die private Vorsorge insbesondere für Frauen sehr wichtig ist. Die Gründe dafür sind vielfältig. Ein wesentlicher Faktor besteht darin, dass die Gehaltsunterschiede zwischen Frauen und Männern nach wie vor beachtlich sind. Ein niedrigeres Gehalt zieht jedoch auch eine niedrigere Rente nach sich. Das führt häufig zur Altersarmut. Es kommt hinzu, dass viele Frauen eine längere Babypause einlegen.

Danach arbeiten sie häufig nur in Teilzeit. Auch diese Faktoren tragen dazu bei, dass das Rentenniveau bei Frauen im Durchschnitt deutlich niedriger ist als bei Männern. Schließlich ist die Lebenserwartung statistisch höher als bei Männern. Daher benötigen sie mehr Geld im Alter. Aus diesen Gründen ist es gerade für Frauen wichtig, sich mit diesem Thema intensiv zu beschäftigen.

Betriebsrente: Wann ist diese Alternative sinnvoll?

Eine beliebte Möglichkeit, um zusätzliche Rücklagen für das Alter zu schaffen, stellt die Betriebsrente dar. Dabei wird ein gewisser Teil des Einkommens des Arbeitnehmers zurückgehalten und als Ausgleich dafür erhält er später eine Rentenzahlung. Diese kann entweder monatlich oder als Einmalzahlung bei Eintritt ins Rentenalter erfolgen. Allerdings lohnt sich die betriebliche Altersversorgung nicht immer.

Das hängt in erster Linie davon ab, ob der Arbeitgeber zusätzlich zu den Zahlungen des Arbeitnehmers einen weiteren Beitrag leistet. Das ist jedoch nicht gesetzlich vorgeschrieben. Vielmehr handelt es sich dabei um eine freiwillige Leistung. Wer bei einem Betrieb arbeitet, der derartige Zuschüsse vergibt, profitiert doppelt. Zum einen werden durch die Zusatzzahlungen des Arbeitgebers die Rentenzahlungen etwas höher. Zum anderen führt das zu steuerlichen Vorteilen. Für Arbeitskräfte, die keine derartige Zahlung erhalten, lohnt sich die betriebliche Altersversorgung jedoch nur selten.

Hierbei gilt es zu beachten, dass die private Vorsorge insbesondere für Frauen sehr wichtig ist.(#02)

Hierbei gilt es zu beachten, dass die private Vorsorge insbesondere für Frauen sehr wichtig ist.(#02)

Riester- und Rürup-Rente: Staatlich geförderte Vorsorge

Als die Probleme des Generationenvertrags immer deutlicher zutage traten, reagierte der Staat durch verschiedene Projekte, die die private Altersvorsorge fördern und stimulieren sollten. Das wichtigste Projekt war dabei sicherlich die Riester-Rente. Diese entstand 2002 und wird bis heute vom Staat gefördert. Sie richtet sich an Arbeiter, Angestellte und Beamte. Selbstständige können einen entsprechenden Vertrag nur abschließen, wenn ihr Ehepartner Anspruch auf diese Förderung hat. Die Riester-Rente zeichnet sich durch staatliche Zuschüsse und durch Steuervergünstigungen aus.

Die Rürup-Rente richtet sich hingegen in erster Linie an Selbstständige. Diese ist im Prinzip ähnlich aufgebaut. Allerdings sind hierbei die staatlichen Zuschüsse deutlich geringer. Die Steuervergünstigungen fallen hingegen höher aus. Ob die staatlich geförderte Altersvorsorge wirklich vorteilhaft ist, ist unter Ökonomen sehr umstritten. Die meisten gehen davon aus, dass insbesondere in der aktuellen Niedrigzinsphase private Alternativen deutlich mehr Rendite mit sich bringen.

Immobilienkauf für die Altersvorsorge

Eine weitere Möglichkeit der Altersvorsorge stellt es dar, in Immobilien zu investieren. Die meisten Menschen kaufen sich zu diesem Zweck ein Eigenheim. Das stellt nicht nur eine sinnvolle Geldanlage dar. Darüber hinaus trägt dies zu einem hohen Wohnkomfort bei. Allerdings ist es auch möglich, eine Wohnung zu kaufen, um diese zu vermieten. Das gewährleistet ein dauerhaftes Einkommen. Gerade zu Zeiten sehr niedriger Zinsen stellt der Hauskauf eine sehr interessante Option dar. Allerdings birgt dieser auch einige Risiken. In manchen Regionen – insbesondere in den Großstädten – bilden sich gerade Immobilienblasen. Das führt dazu, dass der Wert beim Platzen der Blase sinken kann, sodass sich die Investition nicht auszahlt. Für eine sichere Finanzierung ist es auf jeden Fall wichtig, auf einen hohen Eigenkapitalanteil zu achten.

Früher war es sehr beliebt, eine Kapital-Lebensversicherung abzuschließen. Diese vereint die Altersvorsorge mit der Familienabsicherung. (#03)

Früher war es sehr beliebt, eine Kapital-Lebensversicherung abzuschließen. Diese vereint die Altersvorsorge mit der Familienabsicherung. (#03)

Lebensversicherung: Nicht mehr als Altersvorsorge zu empfehlen

Früher war es sehr beliebt, eine Kapital-Lebensversicherung abzuschließen. Diese vereint die Altersvorsorge mit der Familienabsicherung. Experten raten jedoch immer seltener zu dieser Geldanlage. Die Rendite ist in der aktuellen Niedrigzinsphase ausgesprochen niedrig. Manchmal liegt sie sogar unterhalb der Inflationsrate. Daher ist es ratsam, Altersvorsorge und Familienabsicherung strikt voneinander zu trennen. Um die Familie bei einem überraschenden Todesfall abzusichern, ist eine Risiko-Lebensversicherung deutlich sinnvoller. Um den Wohlstand im Alter zu fördern, gibt es erheblich profitablere Anlageformen.

Fondsgebundene Rentenversicherung: Chance auf hohe Rendite

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, eine fondsgebundene Rentenversicherung abzuschließen. Diese basiert auf dem Kauf von Wertpapieren. Die Zusammensetzung kann dabei ganz unterschiedlich sein. Es gibt Fonds, die einen relativ hohen Aktienanteil haben. Andere Produkte setzen hingegen mehr auf Immobilien oder Staatsanleihen. Die Möglichkeiten sind dabei ausgesprochen vielfältig.

Aktien und andere Wertpapiere können in ihrem Kurs variieren. Das stellt gleichzeitig den Vorteil als auch den Nachteil dieser Form der Altersvorsorge dar. Wenn die Kurse sinken, ist es möglich, dass es zu Verlusten kommt und dass die Altersvorsorge dadurch geringer ausfällt. Wenn die Kurse jedoch steigen, bietet eine fondsgebundene Rentenversicherung große Gewinne. Langfristige Analysen zeigen, dass die Gewinne hierbei fast immer deutlich höher sind als bei herkömmlichen Rentenversicherungen.

Doch bleibt immer ein Restrisiko bestehen. Dieses wird jedoch zum einen dadurch reduziert, dass Fonds in verschiedene Aktien investieren. Das verhindert einen Totalverlust, falls ein einzelnes Unternehmen Pleite gehen sollte. Zum anderen sind die Anbieter dazu verpflichtet, eine gewisse Rentenzahlung zu garantieren – selbst bei fallenden Kursen. Die Garantierente kann jedoch unterschiedlich hoch sein.

Wer sich für diese Form der Altersvorsorge interessiert, sollte daher in jedem Fall die verschiedenen Angebote miteinander vergleichen. Ein fondsgebundene Rentenversicherung Rechner kann dabei sehr hilfreich sein.

Die vorhergehenden Kapitel haben aufgezeigt, dass es viele verschiedene Formen der Altersvorsorge gibt – vom Eigenheim bis hin zur fondsgebundenen Rentenversicherung. (#04)

Die vorhergehenden Kapitel haben aufgezeigt, dass es viele verschiedene Formen der Altersvorsorge gibt – vom Eigenheim bis hin zur fondsgebundenen Rentenversicherung. (#04)

Eine Streuung der Anlagen ist unbedingt zu empfehlen

Die vorhergehenden Kapitel haben aufgezeigt, dass es viele verschiedene Formen der Altersvorsorge gibt – vom Eigenheim bis hin zur fondsgebundenen Rentenversicherung. Diese Möglichkeiten bieten ganz unterschiedliche Chancen und Risiken. Daher ist es sehr ratsam, die Anlagen zu streuen. Es ist sinnvoll, einen gewissen Teil des Geldes sicher anzulegen, um ein gutes Auskommen im Alter sicherzustellen. Wer dann noch etwas Geld übrig hat, kann dieses in etwas risikoreichere Anlageformen investieren. Auf diese Weise ist es bei einer guten Kursentwicklung möglich, im Alter einen beträchtlichen Wohlstand zu genießen.

Sollten sich die Kurse hingegen nicht wie gewünscht entwickeln, bleibt dennoch genug Geld, um das Alter ohne Verlust des Lebensstandards zu genießen. In jedem Fall ist es sinnvoll, die verschiedenen Vorsorgeformen intensiv zu prüfen und gut miteinander zu vergleichen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Photographee.eu -#01: Robert Kneschke   -#02: Ruslan Guzov  -#03: Alexander Raths  -#04: Jacob Lund

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

Leave A Reply