Rohstoffpreise aktuell: Auswirkungen auf die Börse

Aktuell sorgen Rohstoffpreise für großes Interesse bei den Anlegern: Soll man jetzt zugreifen?

Rohstoffpreise aktuell sehr niedrig

Zum aktuellen Zeitpunkt sind Rohstoff-Investments auf den weltweiten Finanzmärkten recht günstig. Einige Experten sprechen vom Unterschreiten der Produktionskosten. Für die Banken und auch für die Investoren ist das ein Anlass, umzudenken und eine neue Strategie für die Rohstoff-Positionen zu generieren.

Die meisten Analysten betrachten zunächst den Rohstoff Öl, um die Preisentwicklung nachzuvollziehen. Durch das große Überangebot war der Ölpreis im Jahr 2016 sehr niedrig, doch inzwischen konnte er wieder anziehen. Ein Barrel Brent Öl kostet aktuell rund 65 US Dollar. Vor einem halben Jahr lag der Preis noch bei rund 53 US Dollar.

Auch andere Rohstoffpreise zeigen eine ähnliche Entwicklung. Es stellt sich nun die Frage, ob der leichte Anstieg lediglich eine kurze Pause vom Preisverfall ist oder ob sich eine langfristige Veränderung abzeichnet.

Rohstoffpreise aktuell: Die meisten Analysten betrachten zunächst den Rohstoff Öl, um die Preisentwicklung nachzuvollziehen. (#01)

Rohstoffpreise aktuell: Die meisten Analysten betrachten zunächst den Rohstoff Öl, um die Preisentwicklung nachzuvollziehen. (#01)

Rohstoff aktuell: Die Meinungen der Finanzexperten

Die Experten für Rohstoff sind sich in ihren Analysen nicht einig, wie die Empfehlungen zeigen. Bei der US-Investmentbank Morgan Stanley wird davon gesprochen, dass die Rohstoffpreise wieder sinken werden. Für den Rohstoff Öl rechnet man hier mit einer Untergrenze von 20 US $. Andere Analysten glauben, Anzeichen gegen den Preisverfall zu erkennen. Unter anderem setzt die Rohstoff-Strategie der Commerzbank auf niedrige Preise und steigende Kurse. Der strategische Ausbau der Rohstoffpositionen zeigt sich beispielsweise in den aktuell angebotenen Fonds, die für die Anleger eine Spar-Tarif-Option beinhalten.

Video: Rohstoffpreise aktuell: Auswirkungen auf die Börse

Rohstoffe aktuell: Wichtige Faktoren für die Preisentwicklung

Die bereits länger anhaltende Schwächung der globalen Aktien führt dazu, dass die Fondsexperten nach profitablen Investmentmöglichkeiten suchen. Damit möchten sich die Fondsmanager unabhängiger vom Börsengeschehen und vom Dax machen. Die Rohstoffpreise stehen nicht in direkter Korrelation zu den Aktienkursen und zu Währungsschwankungen. Daher sind sie gut für die Diversifikation geeignet und sichern das Anlagerisiko ab.

Unter anderem kann man die Entwicklung beim Vergleich von Dax und Goldpreis erkennen. Die Charts zeigen einen komplett anderen Verlauf. Die Fondsmanager rechnen weiterhin mit dem Anstieg der Rohstoffpreise. Eine sichere Prognose zur Rentabilität von Gold, Silber, Kupfer und Öl ist jedoch nicht machbar. Daher sollte man sich genau über die Hintergründe informieren und nach Möglichkeit sein Vermögen diversifizieren.

Die Rohstoffpreise aktuell stehen nicht in direkter Korrelation zu den Aktienkursen und zu Währungsschwankungen. (#02)

Die Rohstoffpreise aktuell stehen nicht in direkter Korrelation zu den Aktienkursen und zu Währungsschwankungen. (#02)

Der Preiskampf ums Öl

Einige ölproduzierende Staaten wie Russland und Saudi-Arabien sprechen inzwischen davon, das bereits sehr hohe Förderniveau nicht noch höher zu treiben. Es gibt zwar noch immer ein Überangebot, doch wenn auch andere Länder wie die USA, Iran und Irak den Weiterausbau stoppen, kann die Ölförderung eingeschränkt werden und der Preiskampf lässt nach.

Die OPEC hat im Jahr 2016 auf ein verstärktes Verantwortungsbewusstsein der Öl-Staaten gehofft sowie auf steigende Ölpreise. Inzwischen konnte sich der Preis von Brent Öl seit Anfang 2016 verdoppeln. Damit gehen weitere Entwicklungen einher:

  • Zusammen mit dem Öl sind auch Industriemetalle wieder teurer geworden,
  • durch die steigenden Industriemetallpreise können die Minenunternehmen ihre Kosten decken,
  • die gesamte Wirtschaftskraft verbessert sich.

Die Commerzbank hat die Zeichen rechtzeitig erkannt und mit den Ölsorten Brent und WTI ihren Rohstoff Strategie Fonds besonders erfolgreich gemacht.

Wie der Ölpreis mit der Weltwirtschaft zusammenhängt

Eine Baisse der Rohstoffpreise würde aktuell nicht nur die Investoren abschrecken, sondern auch sämtliche Marktteilnehmer treffen. Das beginnt mit der OPEC, die trotz ihres langen Atems in der Ölbranche auf Dauer keine Chancen hätte, die Preise nur nach dem eigenen Interesse zu gestalten. Die Experten und auch die Medien haben mehrere Berichte verfasst, in denen klar wird, dass selbst die reichen Ölstaaten nach einigen Jahren zahlungsunfähig wären.

Der Anstieg des Ölpreises war somit gut vorherzusehen. Im Jahr 2015 nahmen die Investitionen um rund 20 % ab, doch aktuell interessieren sich wieder mehr Anleger für die Rohstoffpreise.

Eine Baisse der Rohstoffpreise würde aktuell nicht nur die Investoren abschrecken, sondern auch sämtliche Marktteilnehmer treffen. Das beginnt mit der OPEC. (#03)

Eine Baisse der Rohstoffpreise würde aktuell nicht nur die Investoren abschrecken, sondern auch sämtliche Marktteilnehmer treffen. Das beginnt mit der OPEC. (#03)

Mit Antizipation zum Profit

Die Investoren und Strategen für Rohstoffwerte antizipieren die zukünftige Entwicklung und können deshalb schon zu einem frühen Zeitpunkt erste Gewinne machen. Als die Rohstoffpreise angestiegen waren und sich das Kaufinteresse erhöhte, nahmen die Fondsmanager wieder mehr Rohstoffprodukte in die Fonds auf. Die Industriemetalle lagen zeitweise 30 % unterhalb der Produktionskosten, sodass die Zukäufe recht günstig waren.

Bei der Ausrichtung solcher Fonds müssen die Finanzexperten die Situation in den verschiedenen Regionen des Weltmarkts im Blick behalten und versuchen, die Signale richtig zu deuten. Eine übertriebene Einschätzung schürt die Angst vor einem Crash, doch wenn man die Wachstumsdynamik beobachtet, die beispielsweise in China stattfindet, deutet das auf eine verbesserte Infrastruktur hin, die wiederum die Nachfrage ansteigen lässt.

Risikomanagement aktuell: Günstige Rohstoffpreise nutzen

Mit einem guten Risikomanagement lässt sich das Anlagekapital sicher investieren. Die Fondsmanager setzen dabei auf eine Streuung, die das Verlustrisiko klein hält. Auch ein Rohstoff-Fonds kann gegebenenfalls die Rohstoff-Elemente auslassen, wenn die Zeichen auf Baisse stehen.

In diesem Fall wird das frei gewordene Kapital auf dem Geldmarkt investiert. Zudem legt ein Fonds wie das Modell Rohstoff-Strategie von der Commerzbank fest, dass ein einziger Rohstoff nicht mehr als 15 % haben darf. Mit dieser Strukturierung konnte der Fonds hervorragend abschneiden.

Das Auf und Ab der Rohstoffpreise lässt sich anhand der Charts genau analysieren. Dabei wird einerseits auf die sich ständig verändernde Nachfrage geachtet, andererseits auf das Wachstum der weltweiten Bevölkerung, das wiederum für ein natürliches Ansteigen der Nachfrage nach vielen Rohstoffen sorgt.

Aktuell zeigen die Rohstoffpreise einen steigenden Trend. (#04)

Aktuell zeigen die Rohstoffpreise einen steigenden Trend. (#04)

Industrialisierung aktuell: Einflüsse auf die Rohstoffpreise

Aktuell zeigen die Rohstoffpreise einen steigenden Trend. Das hängt unter anderem mit der Industrialisierung in vielen Schwellenländern zusammen. Auch in den Entwicklungsländern wird das Wirtschaftswachstum angekurbelt. Dadurch soll die zurzeit noch große Schere zwischen den aufkommenden Märkten und den Industrienationen geschlossen werden.

In der Zukunft bedeutet das eine stärkere Angleichung der Lebensstandards. Die Wirtschaftsexperten rechnen mit den folgenden Entwicklungen:

  • Die Nachfrage an Rohstoffen wie Kupfer, Gold und Öl steigt noch weiter an,
  • die Unterschiede der Lebensstandards zwischen den Industrie- und Schwellenländern verringern sich,
  • durch die verstärkte Industrialisierung weltweit erhöht sich der Rohstoffverbrauch,
  • die Emerging Marktes werden durch die wachsende Bedeutung der Hochtechnologie gestärkt. Das fällt besonders am Beispiel der Zulieferer für Maschinenbau und Automobilindustrie auf, die häufig in Schwellenländern ansässig sind.

Rohstoffpreise aktuell und in der Zukunft

Die prognostizierte Nachfrageerhöhung an Rohstoffen basiert somit auf steigenden Produktionszahlen, die durch die verarbeitende Industrie entstehen. Eine direkte Folge davon ist die verstärkte Nachfrage an Rohstoff-Fonds. Die Webseiten der Börsenexperten und Banken präsentieren zu dieser Entwicklung der Rohstoffpreise die entsprechenden Charts und Analysen.

Über die Commodity-Märkte lassen sich der frühere Abwärtstrend und der langjährige Seitwärtstrend gut nachvollziehen, nach denen schließlich der aufstrebende Chart folgte. Die Investoren aus aller Welt interessieren sich inzwischen für den Rohstoffsektor. Dabei geht es nicht nur um die Aktien der Rohstoff-Industrie, sondern immer häufiger um die Rohstoffe an sich.

Wer sein Kapital in Gold oder Silber anlegt, der geht ein nur geringes Risiko ein. Bei den Aktien- und Fondsanlagen ist jedoch oft eine schnellere Preisentwicklung zu realisieren, als wenn man sich für die Kapitalanlage in echtes Edelmetall entscheidet.


Bildnachweis:© Shutterstock – Titelbild: vipman – #01: Dabarti CGI – #02: gualtiero boffi – #03: AlexLMX – #04: mgborhan

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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