Grundbesitz Frankreich: Gezielt in französische Immobilien investieren

Immobilien sind als Geldanlagemöglichkeiten beliebter denn je. Wenn Sie als Standort für den Grundbesitz Frankreich gewählt haben, müssen Sie aber einiges bedenken.

Grundbesitz Frankreich: Angebote der Banken

Verschiedene Banken, die zum Teil außer in Frankreich auch in Deutschland Niederlassungen unterhalten, haben einige interessante Angebote für Sie parat, sollte Ihr neuer Grundbesitz Frankreich betreffen. Nach der Aufhebung der Vermögenssteuer sind Investitionen in Frankreich wieder überaus gefragt und so konkurrieren Anleger mit französischen Bürgern – die Angebote sind dennoch für alle ähnlich.

Folgende Banken sind dabei interessant:

  • Crédit Mutuel
    Sie gilt als die führende Bank in Frankreich und kaufte in 2008 die deutsche Targobank. Diese Bank genießt in Deutschland nicht zwingend das beste Ansehen, hat sie sich doch in der Vergangenheit gern einmal am Vermögen ihrer Kunden bereichert. Achten Sie hier auf hohe und teilweise versteckte Gebühren sowie auf Restschuldversicherungen, die eigentlich kein Mensch braucht. Gut ist das Online-Depotangebot, auch die Indexfonds sind spannend.
  • BNP Paribas
    Im Jahr 2002 hat diese Bank die Consors gekauft, die seit 2014 als Consorsbank agiert und eine französische Einlagensicherung aufweist. Vor allem das Tagesgeldkonto ist hier interessant, auch die Kreditangebote können sich sehen lassen.
  • Crédit Agricole
    Diese Großbank aus Frankreich bietet verschiedene Möglichkeiten für Kredite und Geldanlagen und ist auf dem deutschen Markt ebenfalls sehr aktiv. Außerdem sind hier teilweise die höchsten Festgeldzinsen erhältlich. Deutsche Tochter ist die CreditPlus, die derzeit Kredite für rund 400.000 Kunden hält. Wenn Sie für den Grundbesitz Frankreich gewählt haben, ist diese Bank sicherlich eine der besten Entscheidungen.
  • Amundi
    Hierbei handelt es sich um eine Fondsgesellschaft, die in Deutschland kaum jemandem ein Begriff ist. Dabei verwalten die Franzosen nicht gerade wenig Geld: Etwa 1100 Milliarden Euro machen das Finanzinstitut zu einer der größten Fondsgesellschaften in Europa. Da können auch die Deutsche Bank und die britischen Großbanken einpacken!
    Amundi ist eine Tochtergesellschaft der Crédit Agricole und der Societé Générale und hat sich eigentlich auf Rentenfonds spezialisiert. Dazu kommt der Indexfonds, der ebenfalls für Anleger durchaus interessant sein dürfte.
Sie möchten für Ihre Geldanlagen und den neuen Grundbesitz Frankreich wählen, stellen sich aber die bange Frage: Ist mein Geld dort sicher? (#01)

Sie möchten für Ihre Geldanlagen und den neuen Grundbesitz Frankreich wählen, stellen sich aber die bange Frage: Ist mein Geld dort sicher? (#01)

Grundbesitz Frankreich: Wie sicher ist das Geld?

Sie möchten für Ihre Geldanlagen und den neuen Grundbesitz Frankreich wählen, stellen sich aber die bange Frage: Ist mein Geld dort sicher? Diese Angst brauchen Sie nicht zu haben, denn das Geld ist bei einer Geldanlage in Frankreich ebenso sicher wie hier in Deutschland, zumal die Einlagensicherung ähnlich aufgebaut ist. Außerdem gilt Frankreich als kreditwürdig, Sie investieren hier also nicht in ein „unsicheres“ Land.

Die Banken, die Kredite vergeben oder die Fonds und weitere Anlageprodukte anbieten, haben gute Ergebnisse in den relevanten Ratings erzielt. Ihr Geld befindet sich nicht in Gefahr, wenn Sie für den Grundbesitz Frankreich gewählt haben. Sie können auch den goldenen Mittelweg wählen und wenden sich an eine Bank, die hier in Deutschland tätig ist, aber zu einer französischen Bank dazugehört.

Das Interessante ist, dass die hiesigen Banken auf die teils wirklich guten Angebote der französischen Kreditinstitute reagieren und nachziehen. Das heißt, dass durchaus die Möglichkeit besteht, auch von einer deutschen Bank ein ähnliches Angebot zu bekommen. Wenn Sie ein gutes Geschäft mit einer französischen Bank machen können, verknüpfen Sie den französischen und den deutschen Bankenmarkt ein wenig mehr bzw. tragen zu dieser Verknüpfung bei.

Grundbesitz Frankreich: Machen Sie es wie die Großunternehmen

In den grenznahen Städten ist es gang und gäbe, nach Frankreich „hinüberzufahren“ und dort einzukaufen. Viele Unternehmen haben einen französischen Handelspartner, wobei Frankreich ohnehin als Deutschlands stärkster Partner in der Wirtschaft innerhalb Europas gilt. Weltweit steht Frankreich an dritter Stelle nach den USA. Die Pharmakonzerne Frankreichs orientieren sich in Deutschland und kaufen die deutschen Konkurrenzfirmen auf und PSA erwarb vor kurzer Zeit sogar Opel.

Die Autoindustrie blickt derzeit gespannt darauf, was Frankreich eventuell wieder vorhat und ob der „Kern der deutschen Wirtschaft“, wie die Automobilbranche auch genannt wird, von Frankreich geschluckt wird. Auch die Luftfahrindustrie baut auf Frankreich, denn über Airbus arbeiten Deutschland und Frankreich schon lange zusammen. Scheinbar muss das Land etwas haben, das für die Wirtschaft interessant ist. Warum sollte das für Anleger anders sein? Kein Wunder, dass so viele, die eine neue Geldanlage suchen, für den Grundbesitz in Frankreich ausgewählt haben.

Nicht nur für alle, die nach Frankreich auswandern wollen, sondern auch für diejenigen, die für den Grundbesitz Frankreich ausgesucht haben, sind Steuern und Abgaben interessant. (#02)

Nicht nur für alle, die nach Frankreich auswandern wollen, sondern auch für diejenigen, die für den Grundbesitz Frankreich ausgesucht haben, sind Steuern und Abgaben interessant. (#02)

Grundbesitz in Frankreich: Mit diesen Gebühren müssen Sie rechnen

Nicht nur für alle, die nach Frankreich auswandern wollen, sondern auch für diejenigen, die für den Grundbesitz Frankreich ausgesucht haben, sind Steuern und Abgaben interessant. Zuerst einmal: In Frankreich gibt es eine Wohnsteuer, die als „taxe d’habitation“ bezeichnet wird. Diese Steuer zahlen alle, die ihren Wohnsitz in dem Land haben, wobei es unerheblich ist, ob Sie zur Miete wohnen oder ob es sich um Ihren eigenen Grundbesitz handelt. Außerdem müssen Sie die „taxe foncière“ zahlen, die Sie aber nur betrifft, wenn Sie hier Hausbesitzer sind.

Diese Steuer ist ungefähr mit der aus Deutschland bekannten Grundsteuer vergleichbar, die sich nach der Grundfläche sowie nach einigen anderen Kriterien bemisst. Die Hebesätze, die die Höhe der Steuer festlegen, wird von jeder Gemeinde selbst festgelegt.

Das bedeutet für Sie: Soll Ihr neuer Grundbesitz Frankreich betreffen bzw. dort befindlich sein, sollten Sie sich vor dem Kauf nach den einzelnen Hebesätzen der Gemeinden erkundigen. Es ist durchaus realistisch, dass die Hebesätze bei benachbarten Gemeinden sehr unterschiedlich sind und Sie viel Geld sparen können, wenn Sie Ihr neues Domizil oder die Ferienimmobilie einen Ort weiter kaufen. Auch weitere Abgaben variieren je nach Gemeinde, so beispielsweise die Kosten für die Entsorgung des Mülls.

Rechnen Sie außerdem mit der Rundfunkgebühr und gehen Sie davon aus, dass Sie als neuer Hausbesitzer schon bald angeschrieben und auf die fällige Zahlung aufmerksam gemacht werden.

Wichtig zu wissen: Eine Meldepflicht gibt es in Frankreich nicht, Sie weisen Ihren Wohnsitz beispielsweise durch die Rechnung des Stromanbieters oder des Wasserversorgers nach. Auch ein Telekommunikationsunternehmen stellt Rechnungen und Belege aus, die als Nachweis des Wohnsitzes gelten können.

Soll Ihr neuer Grundbesitz Frankreich betreffen bzw. dort befindlich sein, sollten Sie sich vor dem Kauf nach den einzelnen Hebesätzen der Gemeinden erkundigen. (#03)

Soll Ihr neuer Grundbesitz Frankreich betreffen bzw. dort befindlich sein, sollten Sie sich vor dem Kauf nach den einzelnen Hebesätzen der Gemeinden erkundigen. (#03)

Grundbesitz in Frankreich: Rechtslage beachten!

Viele Kaufinteressierte schauen auf die Steuern, die zu zahlen sind und suchen günstige Finanzierungsangebote. Leider bleibt damit oft das Recht auf der Strecke – soll Ihr Grundbesitz Frankreich betreffen, müssen Sie die Unterschiede zu Deutschland betreffs des Immobilienrechts bedenken. Denn: In Frankreich gilt ein gegenseitiges Kaufversprechen, das als Vorvertrag formuliert wird und rechtlich bindend ist. Damit verpflichten Sie sich zum Erwerb des Objekts und es braucht weder eine notarielle Beurkundung noch eine Eintragung ins Grundbuch, um dieses Recht zu sichern.

Es gibt allerdings ein Rücktrittsrecht von sieben Tagen – nutzen Sie diese Chance nicht, müssen Sie den nun rechtsgültigen Kauf vollziehen. Der Vorvertrag wird später beim Notar beurkundet, hier werden auch die Zahlungsmodalitäten und die Abführung der Steuern behandelt.

Wichtig: Solche rechtsgültigen Vorverträge entstehen auch bei einem Kauf unter Privatleuten, es muss nicht zwingend ein Makler involviert sein! Daher ist in jedem Fall zu empfehlen, eine juristische Beratung einzuholen, die möglichst auf Deutsch stattfinden sollte, wenn Sie Französisch nicht gerade wie Ihre Muttersprache beherrschen.

Leider wird allzu oft angenommen, dass die Gesetze in Frankreich ähnlich sind wie in Deutschland, doch beim Immobilienrecht sind grundsätzliche Unterschiede vorhanden. Bedenken Sie dies, ehe Sie sich für den Erwerb Ihrer Ferienimmobilie oder Ihres neuen Hauses als Wohnsitz bzw. als vermietbares Anlageobjekt entscheiden. Lassen Sie sich daher nicht nur beraten, sondern notfalls durch den gesamten Kaufprozess von einem Anwalt, der auf französisches Immobilienrecht spezialisiert ist, begleiten.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: MarinaDa -#01: 135pixels  -#02: Jef Wodniack  -#03: PIXEL to the PEOPLE

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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