Erstes Trading ohne Risiko: Aktiendepots über Musterdepots ausprobieren

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Das Musterdepot stellt eine Art Vorstufe zum echten Aktiendepot dar. Hier können Trading-Anfänger erst einmal risikofrei lernen, worauf es beim Handel mit Wertpapieren ankommt.

Das Aktiendepot: Das Konto für den Handel mit Wertpapieren

Der Handel mit Aktien und anderen Wertpapieren kann nicht über das reguläre Girokonto laufen. Vielmehr muss er über ein separates Aktiendepot geführt werden, was praktisch das Girokonto für den Aktienhandel darstellt. Doch statt der üblichen Kontoumsätze werden über das Aktiendepot Vermögensanteile und Wertpapiere gemanagt.

In dem Zuge kann auch eine Watchlist eingerichtet werden, über die jederzeit ein Überblick über weitere Aktien, ETFs und Fonds möglich ist. Das Aktiendepot lässt sich inzwischen nicht mehr nur manuell über einen Broker verwalten, sondern ganz allein per Computer oder sogar mobil und somit von jedem Ort der Welt aus.

Sogar im Urlaub kann das Depot im Blick behalten werden. Doch ehe Laien direkt ein Wertpapierdepot eröffnen und gleich traden, sollten sie erst einmal über ein Musterdepot die wichtigsten Grundregeln zum Trading lernen.

So funktioniert das Aktiendepot

Angesichts dessen, dass konventionelle Anlageformen wie Sparbücher oder Tagesgeldkonten kaum noch Renditen bringen, sind immer mehr Menschen zu Aktionären geworden. Hier investieren sie kurz-, mittel- oder langfristig und können je nach Erfolg unterschiedlich hohe Renditen erzielen. Um mit Aktien zu handeln, braucht es einen Broker oder ein Aktiendepot bei einer ausgewählten Bank.

Nun können Käufe und Verkäufe über einen Handelsplatz getätigt werden, wobei diese die bekanntesten Handelplätze sind:

  • Börse Frankfurt
  • Börse Stuttgart
  • Xetra

Der Aktionär kauft nun ein Wertpapier, welches von der Bank im Aktiendepot hinterlegt wird. Damit ist das Depot eine Verwahrstelle, ganz entsprechend der ursprünglichen Bedeutung des Wortes. Werden nun Aktien verkauft, wickelt die Bank bzw. der Broker den Verkauf ab, der Aktionär erhält den Verkaufserlös, der hoffentlich mit einem Gewinn behaftet ist.

Nun werden die Beträge aus dem Aktiendepot ausgebucht. Der Kunde erhält den Betrag auf ein Referenzkonto ausgezahlt. Dieses ist übrigens auch das Einzugskonto für das nötige Geld bei Käufen.
Ist der Kauf oder Verkauf abgeschlossen, werden alle Daten zur Transaktion zu den Depotunterlagen gelegt, der Kunde kann sie jederzeit abrufen.

Die wohl bekannteste Börse ist in Frankfurt ( Foto: Shutterstock- _Kiev.Victor )

Die wohl bekannteste Börse ist in Frankfurt ( Foto: Shutterstock- _Kiev.Victor )

Eröffnung des Aktiendepots

Das Aktiendepot zu eröffnen ist nicht schwieriger als bei einem Girokonto. Es wird ein Antrag auf Eröffnung bei der Bank gestellt, danach erfolgt die Authentifizierung. Diese ist entweder in der Filiale oder per Video-Identifikation möglich. Tipp: Ein Aktiendepot sollte nicht leichtfertig eröffnet werden, es ist sinnvoll, die Depots vor der Eröffnung zu vergleichen.

Die einzelnen Anbieter warten mit unterschiedlichen Konditionen auf, und während teilweise die Kontoführung etwas kostet, ist das Depot bei anderen Banken kostenfrei. Auch die Transaktionskosten sind unterschiedlich gestaltet. Sie fallen teilweise bei jeder Transaktion an, teilweise sind sie ab einem bestimmten Invest kostenfrei.

Wichtig ist, auch die Serviceleistungen der Bank unbedingt zu untersuchen, ebenso den Umfang der gebotenen Leistungen. Gehört eine Watchlist dazu? Wie werden die Gebühren abgerechnet bzw. in welchem zeitlichen Rahmen? Diese Informationen können bereits herausgefunden werden, wenn ein Musterdepot bei der betreffenden Bank geführt wird.

Klassische Aktienanleger machen einen Termin mit ihrem Broker und sagen diesem nach eingehender Beratung, welche Aktien gekauft oder verkauft werden sollen. ( Foto: Shutterstock-Foxy burrow )

Klassische Aktienanleger machen einen Termin mit ihrem Broker und sagen diesem nach eingehender Beratung, welche Aktien gekauft oder verkauft werden sollen. ( Foto: Shutterstock-Foxy burrow )

Vorteile und Nachteile der online geführten Aktiendepots

Klassische Aktienanleger machen einen Termin mit ihrem Broker und sagen diesem nach eingehender Beratung, welche Aktien gekauft oder verkauft werden sollen. Die meisten setzen inzwischen aber auf Online-Depots, die durchaus ihre Vorteile haben. Sie bieten unter anderem einen weltweiten Zugriff auf das Depot und so kann der Aktionär auch dann traden, wenn er im Urlaub oder auf Geschäftsreise ist.

Vorteile des Depots

Das online geführte Depot birgt die folgenden Vorteile:

  • weltweiter Zugriff zu jeder Tageszeit
  • Zugriff auf die Watchlist
  • schnelle Reaktion bei Veränderungen der Aktienwerte möglich
  • Darstellung aller Kurse und Analyse-Instrumente
  • Zugriff auf Analysen und Performance-Berechnungen zum eigenen Depot
  • Anlegen von Notizen
  • Einrichten eines Musterdepots möglich

Nachteile von Online-Depots

Neben all den Vorteilen haben Online-Depots auch Nachteile, wenngleich diese nur in geringer Zahl vorhanden sind:

  • kein direkter Ansprechpartner vorhanden
  • Abläufe sind für Laien nicht transparent
  • Kosten oft wenig transparent
  • für Anfänger ist es schwierig, auf rasche Veränderungen richtig zu reagieren

Die Nachteile können aber durch entsprechende Serviceleistungen der depotführenden Bank zumindest teilweise wieder ausgeglichen werden. So steht beispielsweise zumindest telefonisch zu den Geschäftszeiten ein Berater bereit, der die wichtigsten Dinge rund um das Depot erklärt. Er wird allerdings nicht zu Käufen oder Verkäufen raten!

Die Nachteile lassen sich teilweise bereits bei den gebotenen Musteraktiendepots erkennen, weshalb es ratsam ist, solche unbedingt zu führen und nicht auf den Service der Banken zu verzichten. Diese offerieren nämlich solche Musteraktiendepots in der Regel kostenfrei, sodass jeder feststellen kann, ob diese Art des Invests überhaupt persönlich geeignet ist.

Experten raten dazu, dass Anleger auch andere Musteraktiendepots beobachten, um zu erkennen, wie sich diese entwickeln und was andere Anleger vielleicht gänzlich anders machen. ( Foto: Shutterstock-fizkes )

Experten raten dazu, dass Anleger auch andere Musteraktiendepots beobachten, um zu erkennen, wie sich diese entwickeln und was andere Anleger vielleicht gänzlich anders machen. ( Foto: Shutterstock-fizkes )

Das Musterdepot: Erstes Ausprobieren eines Wertpapierdepots

Es gehört zu den Serviceleistungen einer Bank, Kunden ein Musterdepot anzubieten. Einsteiger in die Welt der Börse sollten dieses Angebot unbedingt nutzen, denn hierüber lassen sich gefahrlos (ohne finanzielle Verluste) erste Tradingerfahrungen sammeln. Investiert wird dabei virtuelles Geld, wobei verschiedene Unternehmen zur Auswahl stehen. Der Inhaber des Musterdepots kann die Entwicklung seiner Entscheidungen anhand einer Übersicht sehen und bewerten, denn auch erzielte Gewinne werden hier dargestellt.

Das Musterdepot als notwendiger Einstieg

Sicherlich stimmen der Überschrift nicht alle zu und so mancher Börsianer ist der Meinung, der Sprung ins kalte Wasser sei für künftige Entscheidungen gut. Doch wer auf Nummer sicher gehen will, setzt lieber auf das Musterdepot. Hier können die wichtigsten Entscheidungen ausprobiert werden, was große Verluste beim echten Traden verhindern kann. Auch im Musterdepot kann der Anleger ständig auf dem Laufenden bleiben und sich über die aktuelle Entwicklung seines Depots und seiner Aktien informieren.

Zu Beginn wird ein Startkapital angenommen, mit dem das Trading anfängt. Wichtiger Tipp: Die Höhe des Startkapitals sollte realistisch gewählt werden und sich auf eine Summe belaufen, die auch in der Realität eingesetzt werden würde. Auch wenn der Handel mit großen Summen weitaus verlockender wäre, so ist es doch sinnvoller, nur mit moderaten Beträgen zu arbeiten. Denn das Musterdepot soll schließlich eine Übung für künftige Geldanlagen sein und sollte dementsprechend realistisch bleiben.

Gleiches gilt für die Spekulation mit dem Geld: Das Musterdepot sollte rundum so behandelt werden, als würde es sich um ein echtes Depot handeln. Keine gewagten Verkäufe bitte, die in der Realität so nicht stattfinden würden! Wer allerdings sehr risikofreudig ist und auch mit dem echten Depot derart agieren würde, kann natürlich bei der Probevariante ebenso verfahren.

Wer nun sicher ist, einen guten Einblick in die Welt des Aktienhandels gewonnen zu haben, kann das Muster- in ein echtes Wertpapierdepot umwandeln. Dann allerdings bestehen auch die realen Risiken wie der Totalverlust des eingesetzten Geldes.

Experten raten dazu, dass Anleger auch andere Musteraktiendepots beobachten, um zu erkennen, wie sich diese entwickeln und was andere Anleger vielleicht gänzlich anders machen. Das kann sinnvoll für weitere Anlageentscheidungen sein. Außerdem kann es sinnvoll sein, mehrere Musteraktiendepots zu führen und das bei verschiedenen Anbietern. So kann die Bank gefunden werden, die die besten Serviceleistungen bietet und bei der sich der Anleger am wohlsten fühlt.

Beide müssen auch persönlich zueinander passen! Angesichts der großen Anzahl an Banken, die derartige Depots mittlerweile anbieten, dürfte es kein Problem sein, die passende zu finden. Zusätzlich können die diversen Depotvergleiche im Internet genutzt werden, dank derer es einen Überblick über anfallende Kosten und weitere Bedingungen sowie gebotenen Serviceleistungen für das jeweilige Depot gibt.

Über den Autor

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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