Ist Tagesgeld die richtige Geldanlage für mich?

In Zeiten von dauerhaft niedrigen Zinsen und steigender Inflation fragen sich viele Sparer, wie sie ihr Geld überhaupt noch anlegen können. Wie und wo kann man noch gewinnbringend investieren? Ist Tagesgeld die richtige Geldanlage für mich?

Ist Tagesgeld die richtige Alternative für mich und mein Geld?

Die neuesten Entwicklungen an den Kapitalmärkten, aber auch die Ankündigungen der FED und der Europäischen Zentralbank tragen nicht unbedingt dazu bei, dass man sich die Entscheidung leichter machen könnte. Einige Finanzexperten warnen zudem auch noch davor, sein Geld in Edelmetalle zu investieren.

Der Grund: Viele Sparer legen ihr Geld in Gold, Silber oder Platin an, um den niedrigen Zinsen der Banken ein Schnippchen zu schlagen. Das resultiert allerdings darin, dass Edelmetalle am Markt zu hoch bewertet werden. Die hohe Nachfrage führt nämlich dazu, dass der Preis steigt, mit den tatsächlichen Erfordernissen des Marktes haben diese Preise allerdings meist nur noch wenig zu tun. Wo und wie also investieren? Ist Tagesgeld noch eine Alternative, oder bietet sich auch Festgeld als Form der Geldanlage an?

Was bedeutet die Anlage in Tagesgeld für mich?

Das sogenannte Tagesgeld ist eine Form der Geldanlage, bei der man sein Geld täglich frei verfügbar hat. Im Gegensatz zu manch anderen Geldanlagen kann das Vorteile bringen: Benötigt man nämlich auf die Schnelle und unerwartet eine größere Summe Geld, kann man die ganz einfach von seinem Tagesgeldkonto abheben.

Das Tagesgeld ist eine ganz bestimmte Form der Geldanlage. Dabei ist ein beliebiger Betrag auf einem Tagesgeldkonto für eine nicht festgelegte Dauer angelegt und quasi täglich auf Abruf verfügbar. (#1)

Das Tagesgeld ist eine ganz bestimmte Form der Geldanlage. Dabei ist ein beliebiger Betrag auf einem Tagesgeldkonto für eine nicht festgelegte Dauer angelegt und quasi täglich auf Abruf verfügbar. (#1)

Bei anderen Anlageformen ist das Geld meist längerfristig gebunden, womit man deutlich unflexibler ist, wenn man kurzfristig an eine bestimmte Summe kommen muss. Gerade bei Aktien, aber vor allem auch bei Aktienfonds hat man genau dieses Problem, dass man nämlich viel schwieriger an das Geld kommt, das man in diese Anlageform gesteckt hat.

Ein Tagesgeldkonto dagegen zeichnet sich gerade dadurch aus, dass das Geld förmlich im Minutentakt verfügbar ist. In dieser Eigenschaft gleicht es einem Girokonto, bei dem man auch nach Bedarf auf das Geld zugreifen kann. Einen Unterschied gibt es allerdings: Überweisungen sind von dem Tagesgeldkonto nicht möglich, dazu benötigt man immer noch ein herkömmliches Girokonto.

Einzug die Überweisung vom Tagesgeldkonto auf das eigene Girokonto (beim selben Bankinstitut) ist möglich. Aber nicht nur das: Um Geld überhaupt auf das Tagesgeldkonto zu transferieren, benötigt man ein Referenzkonto. Denn Einzahlungen direkt auf das Tagesgeldkonto sind meist nicht möglich. Daher bieten die meisten Banken auch direkt ein Tagesgeld-Konto zusammen mit dem Girokonto an, wenn man ein neues Konto bei ihnen eröffnet.

Tagesgeldkonto und Referenzkonto

Man benötigt also ein Girokonto, um ein Tagesgeldkonto zu führen, da der allgemeine Zahlungsverkehr nur über ein Girokonto abgewickelt werden kann. Dieses Girokonto, an das das Tagesgeldkonto gekoppelt ist, wird fachsprachlich Referenzkonto genannt, da es eben jenes Konto ist, das mit dem Tagesgeldkonto verbunden ist und über das die Zahlungen von und auf das Tagesgeldkonto abgewickelt werden.

Als Referenzkonto oder Auszahlungskonto bezeichnet man ein Girokonto, von dem Geld auf ein Tagesgeldkonto transferiert und auch wieder zurück überwiesen, es dient somit lediglich zur Einzahlung und Abbuchung von Kapital auf das Tagesgeldkonto. (#2)

Als Referenzkonto oder Auszahlungskonto bezeichnet man ein Girokonto, von dem Geld auf ein Tagesgeldkonto transferiert und auch wieder zurück überwiesen, es dient somit lediglich zur Einzahlung und Abbuchung von Kapital auf das Tagesgeldkonto. (#2)

Die meisten Sparer führen das Tagesgeld- und das Girokonto bei der selben Bank, einfach weil dies viel praktischer ist. Es gibt allerdings auch die Möglichkeit, das Referenz- und Tagesgeldkonto bei verschiedenen Instituten zu führen. Diese Spielweise ist allerdings mit einem erhöhten Verwaltungsaufwand verbunden und daher ist es gut möglich, dass hierfür erhöhte oder überhaupt Gebühren erhoben werden. Hat man Referenz- und Tagesgeldkonto nämlich bei der selben Bank, kommt man häufig ganz ohne Gebühren aus.

Tagesgeldkonto und Zinsen

Die Zinsen eines Tagesgeldkontos variieren von Bank zu Bank. Wer sich also für die Anlage seines Geldes in Form von Tagesgeld interessiert, sollte vorab die verschiedenen Angebote sorgfältig vergleichen. Einige Banken bieten ihren Kunden an, das Tagesgeldkonto zum Nulltarif zu führen, während andere direkt oder nach einer gewissen Zeitspanne Kontoführungsgebühren erheben. Auch Prämien bei einem Neuabschluss kann man bei einigen Instituten bekommen. Diese reichen von Sachprämien bis hin zu Sparguthaben und auch das ist ganz unterschiedlich hoch.

Um Neukunden zu gewinnen, lassen sich einige Institute aber noch mehr einfallen: Festgeschriebene Zinssätze, die für einen bestimmten Zeitraum garantiert werden, oder sogenannte Sonderzinssätze, die nur speziell für Neukunden gelten, gehören dazu.

Die Zinssätze bei Tagesgeldkonten sind – im Gegensatz zu Festgeldkonten – vorher nicht festgelegt. Das kann unter Umständen bedeuten, dass sie Schwankungen unterliegen, denn auch die Institute müssen auf die Gegebenheiten an den Kapitalmärkten reagieren. Bei einem Tagesgeldkonto geschieht dies meist über den Zinssatz. Da die Banken frei in der Gestaltung der Zinsen sind, können sie meist ohne vorherige Ankündigung den Zinssatz nach Belieben ändern, obwohl man sagen muss, dass diese Praxis nur relativ selten angewendet wird, theoretisch ist es aber durchaus denkbar und damit eine reale Gefahr für den Sparplan.

Tagesgeldkonten sind, ebenso wie Girokonten, den marktüblichen Zinsschwankungen unterworfen: Fallen beispielsweise die Geldmarktzinsen, bekommt auch der Anleger auf seinem Tagesgeldkonto weniger Zinsen. (#3)

Tagesgeldkonten sind, ebenso wie Girokonten, den marktüblichen Zinsschwankungen unterworfen: Fallen beispielsweise die Geldmarktzinsen, bekommt auch der Anleger auf seinem Tagesgeldkonto weniger Zinsen. (#3)

Der Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld

Festgeld bedeutet im Unterschied zum Tagesgeld, dass man einen bestimmten Betrag für einen vorher vereinbarten Zeitraum fest anlegt. Der Vorteil dabei: Nicht nur der Zeitraum, sondern auch der Zinssatz, zu dem man das Geld bei der Bank anlegt, werden vorher vereinbart. So hat man bereits zu Beginn des Sparens einen sehr guten Überblick darüber, wie sich zum Ende der Laufzeit der Betrag gestalten wird.

Festgeld kann man sowohl bei einer Bank im deutschen Inland, als auch im europäischen Ausland anlegen. Bei der Geldanlage als Festgeld haben die meisten Banken vorgegebene Unter- aber auch Obergrenzen, innerhalb derer Sie entscheiden können, welchen Betrag Sie anlegen möchten. Wem die Obergrenze zu niedrig ist, der kann natürlich gleich mehrere Festgeldkonten eröffnen. Ein Anlagekonto ist dazu genau das richtige Tool. Mit diesem Konto können Sie sogar bei unterschiedlichen Banken Ihre Festgeldkonten führen und Ihr Geld immer im Blick haben.

Die Laufzeit des Festgeldes

Sie möchten lieber auf Nummer Sicher gehen und bereits von vornherein wissen, zu welchen Konditionen, also Zinssätzen, Sie ihr Geld langfristig anlegen? Das gelingt mit einem Festgeldkonto. Die Länge der Laufzeit ist dabei von Anbieter zu Anbieter, aber auch je nach gewähltem Produkt ganz unterschiedlich. Es gibt Banken, bei denen Sie ihr Geld über mehrere Jahre hinweg fest anlegen, aber auch solche, bei denen Sie sehr kurze Laufzeiten von manchmal nur einigen Wochen vereinbaren können.

Ja aber was denn nun? Ganz egal, ob Festgeldkonto oder Tagesgeldkonto: Prüfen Sie vor der Geldanlage genau, welche Form am Besten zu Ihnen passt. (#4)

Ja aber was denn nun? Ganz egal, ob Festgeldkonto oder Tagesgeldkonto: Prüfen Sie vor der Geldanlage genau, welche Form am Besten zu Ihnen passt. (#4)

Sie sollten aber bedenken, dass kürzere Laufzeiten häufig auch mit einer geringeren Verzinsung einhergehen. Denn nach der vereinbarten Laufzeit wird das Geld von dem Festgeldkonto auf das Referenzkonto zurück gebucht. Und zwar ohne dass Sie dafür etwas tun müssten. Das kostet die Bank natürlich Ressourcen und letztlich auch Geld. Geld, das von Ihnen als Kunde bezahlt werden muss. Vereinfacht gesagt: Je mehr Bewegung es auf dem Konto gibt (dazu zählt auch, wenn das Konto nach der vereinbarten Laufzeit aufgelöst wird), desto höher werden die Kosten und damit Ihr Ertrag geringer.

Festgeldkonto und Sicherheit

Festgeld ist unabhängig von den Schwankungen an den Aktienmärkten, da die Verzinsung vorher vereinbart wurde. Über Jahre hinweg ist man damit sicher vor einem Börsencrash oder den Beschlüssen der EZB oder FED. Das bedeutet im Umkehrschluss aber auch, dass man leider ebenfalls nicht an positiven Entwicklungen am Aktienmarkt partizipiert. Wenn es also ein Hoch an der Börse gibt, hat das keinen Einfluss auf die Spareinlage, da der Zinssatz zu Beginn festgeschrieben wurde.

Festgeld ist daher eher den klassischen Anlageformen wie dem früheren Sparbuch zuzurechnen. Spekulative Anlagen, wie man sie beispielsweise von Fonds kennt, sind mit einem Festgeldkonto nicht möglich.

Das muss aber nicht schlecht sein, denn wer um die Sicherheit seines Geldes besorgt ist, der findet in einem Festgeldkonto genau die richtige Anlageform. Dank der sogenannten Einlagensicherung, die alle europäischen Baken ihren Kunden garantieren müssen, ist das angelegte Geld bis zu einer Summe von 100.000 Euro versichert. Das bedeutet, dass selbst im Falle einer Insolvenz der Bank das Geld sicher ist und man einen Anspruch darauf hat. Bei Aktiengeschäften kann das unter Umständen anders aussehen.

Eine gute Mischung zwischen Tagesgeld und Festgeld bietet das sogenannte Flexgeld. Schnallen Sie ihren Gürtel enger, oder drehen Sie den Geldhahn auf: zu jeder Zeit und so wie Sie es brauchen, können Sie Geld abheben, oder anlegen und dabei flexibel bleiben. (#5)

Eine gute Mischung zwischen Tagesgeld und Festgeld bietet das sogenannte Flexgeld. Schnallen Sie ihren Gürtel enger, oder drehen Sie den Geldhahn auf: zu jeder Zeit und so wie Sie es brauchen, können Sie Geld abheben, oder anlegen und dabei flexibel bleiben. (#5)

Die Mischung zwischen Tages- und Festgeld: Das Flexgeld

Sie können sich nun nicht recht entscheiden, ob Tagesgeld oder Festgeld die richtige Anlage für Sie sein könnte? Dann versuchen Sie es doch einfach mit Flexgeld. Wie bei dem klassischen Festgeld wird auch bei dieser Anlageform das Geld zu einem vereinbarten Zinssatz fest angelegt und auch hier ist das Geld tatsächlich gebunden, also nicht wie bei dem Tagesgeld täglich in einer gewünschten Höhe verfügbar.

Aber: in relativ kurzen Abständen (meist zwei Mal pro Monat) erhalten sie die Möglichkeit, über Ihr Geld zu verfügen und einen gewünschten Betrag abzuheben. Nach diesem Stichtag wird das Geld wiederum für einen kurzen Zeitraum fest angelegt und die Laufzeit beginnt von vorne.


Bildnachweis: © Shutterstock-Titelbild: HBRH, -#1 totojang1977, -#2 PhotographyByMK, -#3 macgyverhh, -#4 Valery Sidelnykov, -#5 cybrain

Über Sabrina Müller

Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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