Wie kann man Bitcoins kaufen?

Bitcoin gilt als wichtigste virtuelle Währung, setzt sich aber bislang nicht als „echte Währung“ durch. Viele Menschen wissen noch nicht einmal, wo und wie man Bitcoins kaufen kann!

Kurz vorgestellt: Bitcoins als virtuelle Währung

Bitcoin (als BTC abgekürzt) ist die wichtigste Kryptowährung und liegt in Bezug auf Handelsumfang und Bekanntheit weit vor der Konkurrenz. Die Wertentwicklung ist großartig: Wer vor einigen Jahren in das Geschäft eingestiegen ist, kann sich heute über seinen Reichtum freuen.

Die Marktkapitalisierung liegt bei BTC bei 160 Mrd. US-Dollar, bei der Konkurrenz Ethereum nur bei 24 Mrd. US-Dollar. Noch weiter abgeschlagen sind Tether und Ripple mit 8,2 bzw. 8 Mrd. US-Dollar.

Doch so positiv die Wertentwicklung auch ist: Laut einer Studie der Bank ING sind immer noch drei Viertel der Deutschen skeptisch. Nur ein Viertel kann sich vorstellen, dass Bitcoin einmal eine echte Währung wird, mit der auch tatsächlich Onlineeinkäufe getätigt werden.

Video: Bitcoin vor Zerstörung? Deutsche Bank warnt vor Desaster…

Wie kann man Bitcoin über einen CFD-Broker kaufen?

Wer als Anleger in erster Linie von der Wertentwicklung der Bitcoins profitieren möchte, kann den unkomplizierten Weg des Handels über einen CFD-Broker wählen. Das Konto ist schnell eröffnet, die Einzahlung des Mindestbetrags über Überweisung, Kreditkarte oder Paypal möglich.

Der Bitcoin-CFD ist mit einem Wertpapier vergleichbar, bei dem der Kurs der BTC dargestellt wird. Anleger besitzen den BTC nicht in physischer Art, sie nehmen aber an der Entwicklung des Kurses teil. Der Handel ist mit und ohne Hebel möglich.

Der Vorteil des CFD-Handels: Anleger können ihr Geld sofort und ohne Verluste zurückbekommen, bei vielen Bitcoin-Börsen hingegen sind Auszahlungen oft auf Tageslimits beschränkt.

Wie kann man Bitcoin-Zertifikate kaufen?

Die Funktion virtueller Währungen ist vielschichtig. Ebenso die Handelsmöglichkeiten, von denen das Bitcoin-Zertifikat nur eines ist. Die Auswahl ist hier beschränkt, der Markt noch nicht sehr groß. Erworben wird ein Derivat auf eine Kryptowährung, die Kursbeteiligung erfolgt 1:1.

Das heißt, dass Anleger auch am Verlust in gleicher Höhe beteiligt sind. Voraussetzung für den Kauf eines Bitcoin-Zertifikats ist das Vorhandensein eines Wertpapierdepots. Tipp: Kursgewinne fallen unter das Einkommenssteuergesetz!

Wie kann man echte Bitcoins kaufen?

Wer beim Handel mit BTC anonym bleiben möchte, muss in echte Bitcoins investieren. Diese stellen eine Art digitales Geld dar und werden in Form von Daten gehandelt. Wichtig ist hier, dass Wallets vorhanden sind, was im Prinzip digitale Brieftaschen sind.

Sie stellen das persönliche Girokonto des Anlegers dar, von dem aus Überweisungen möglich sind. Außerdem lässt sich jeder Bitcoin erhalten und von hier aus wieder veräußern. Die Nutzung der Wallets ist ähnlich wie bei einem Girokonto, nur dass statt der Kontonummer eine Empfängeradresse angegeben wird.

Jeder Bitcoin kann auf der Wallet zusammengefasst werden, es sind nicht mehrere Wallets nötig. Wer unterwegs handeln möchte, sollte sich eine Wallet auf dem Smartphone installieren, ansonsten ist die Installation auch auf dem PC oder Tablet möglich.

Bitcoin auf verschiedenen Wegen kaufen

Auch wenn laut Studie der ING klar ist, dass nur wenige Menschen BTC vertrauen und sich vorstellen können, mit dieser Währung zu handeln, so gibt es dennoch verschiedene Marktplätze und Portale, die für einen Handel nutzbar sind.

Video: Bitcoin-Wallet: Was Anleger beachten sollten

Wie kann man Bitcoin auf einem Marktplatz kaufen?

Der bekannteste Marktplatz in Deutschland nennt sich bitcoin.de, wo die Nutzer untereinander handeln können. Der Preis für ein Bitcoin wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt.

Der Ablauf des Handels ist hier wie folgt:

  • Nutzer melden sich an und stellen ihr Angebot zum Verkauf oder Kauf ein
  • Käufer bekommen einen Überblick über alle Angebote
  • Käufer akzeptieren ein Angebot, das Geschäft kommt zustande
  • der Kaufpreis wird auf das Konto des Verkäufers überwiesen
  • der Käufer erhält seine Bitcoins gutgeschrieben

Der Betreiber des Marktplatzes verlangt meist eine Gebühr für die Transaktionen, die Gebühren werden auf Käufer und Verkäufer aufgeteilt.

Wie kann man Bitcoin über Börsen kaufen?

Verschiedene Börsen wie Kraken, Bitfinex oder Paymium stehen als Handelsplätze zur Verfügung. Um dort aktiv zu sein, muss ein Konto eröffnet und verifiziert werden.

Tipp: Die Kurse können auf verschiedenen Plattformen sehr unterschiedlich sein, daher lohnt sich der Vergleich. Ebenfalls wichtig zu wissen: Anleger müssen selbst das passende Angebot suchen, der Handel findet nicht automatisch statt.

Um BTC zu kaufen, wird angegeben, wie viele Bitcoins zu welchem Kurs erworben werden sollen, die Börse sucht nach einem entsprechenden Angebot und kauft im Kundenauftrag die BTC. Diese werden dem Kundenkonto gutgeschrieben. Wer verkaufen möchte, stellt sein Verkaufsangebot ein, der Kaufbetrag wird später von der Börse auf dem Kundenkonto gutgeschrieben.

Auch wenn laut Studie der ING klar ist, dass nur wenige Menschen BTC vertrauen und sich vorstellen können, mit dieser Währung zu handeln, so gibt es dennoch verschiedene Marktplätze und Portale, die für einen Handel nutzbar sind.  ( Foto: Shutterstock-  Petr Hoffmann  )

Auch wenn laut Studie der ING klar ist, dass nur wenige Menschen BTC vertrauen und sich vorstellen können, mit dieser Währung zu handeln, so gibt es dennoch verschiedene Marktplätze und Portale, die für einen Handel nutzbar sind. ( Foto: Shutterstock- Petr Hoffmann )

Studie der ING: Bitcoin gelten als nicht sicher

Die ING hatte eine Studie mit den zugehörigen Ergebnissen veröffentlicht, bei der jeweils 1000 Menschen aus 15 verschiedenen Ländern befragt wurden. 13 Länder davon lagen in Europa.

Heraus kam, dass das Vertrauen in Kryptowährungen sehr gering ist und dass die meisten Menschen künftig keine Nutzung virtueller Währungen anstreben werden.

Warum sind Kryptowährungen nicht beliebt?

Kryptowährungen wie BTC oder Ethereum sind vor allem bei älteren Menschen wenig beliebt bzw. vertrauen diese den neuen Währungen nicht. Experten zufolge ist es aber kein mangelndes Fachwissen, denn in vielen Fällen sind jüngere Internetnutzer älteren Nutzern fachlich gar nicht überlegen. Vielmehr ist die jüngere Generation ein wenig aufgeschlossener und offener gegenüber Neuerungen, zu denen eben auch BTC gehören.

Eine weitere Erklärung liegt in der Systemimmanenz: BTC sind auf 21 Millionen begrenzt, daher gelten sie als rares Gut. Ein derartiges Gut wollen viele Menschen gar nicht hergeben und suchen lieber nach Alternativen. Sie nutzen BTC daher auch nicht als Zahlungsmittel, um so wenig wie möglich davon ausgeben zu müssen.

Viele, die schon vor Jahren in BTC investiert hatten und das digitale Geld ausgegeben haben, ärgern sich angesichts der steigenden Kurse heute. Berichte darüber finden sich im Internet und schrecken Interessenten ab. Wer weiterhin auf Kurszuwächse spekuliert, wird sein digitales Geld nicht ausgeben wollen, sondern versucht lieber, es virtuell zu vermehren.

Die Ergebnisse der Studie sind hier nachzulesen.

Die Kurse können auf verschiedenen Plattformen sehr unterschiedlich sein, daher lohnt sich der Vergleich.  ( Foto: Shutterstock-A StockStudio)

Die Kurse können auf verschiedenen Plattformen sehr unterschiedlich sein, daher lohnt sich der Vergleich. ( Foto: Shutterstock-A StockStudio)

Welche Risiken gibt es laut BaFin beim Kauf von Bitcoin?

Die BaFin gibt auf ihren Seiten Auskunft zum Handel mit und zu den Risiken durch Bitcoins. Das wohl größte Problem stellt sich hier durch den Internethandel dar, denn BTC können elektronisch gestohlen werden.

Eine Haftung gibt es dafür nicht, frei nach dem Motto: Was weg ist, ist weg! Hacker, die den Weg zur Wallet finden, können die virtuellen Münzen transferieren. Geht der persönliche Schlüssel verloren, ist ebenfalls keine Möglichkeit mehr, an die BTC heranzukommen.

Die BaFin weist überdies darauf hin, dass die Kosten für Transaktionen steigen können, wenn die Aufgaben für alle Beteiligten immer komplexer werden. Die jetzt noch im Vergleich zum Girokonto deutlich geringeren Kosten werden steigen, wenn der Aufwand bzw. die Kosten für Strom und Hardware nach oben gehen.

Des Weiteren sieht die BaFin Wertschwankungen als Problem, denn wer heute in Bitcoin investiert, könnte morgen schon mit einer völlig wertlosen Münze dastehen. Wer BTC als Anlagemöglichkeit und nicht als Zahlungsmittel erwirbt, können zum Entstehen von Kursschwankungen sowie zu Blasen beitragen, was bei anderen Finanzinstrumenten dieser Art ähnlich ist. Erhebliche Gewinne sind möglich, ebenso aber sehr hohe Verluste.

Die BaFin erklärt, dass das System des Handels mit BTC nicht starr ist, sondern dass es sich ständig verändert. Auch von innen heraus, was wiederum zur Gefahr werden kann. Wenn Personen, die über ein erhebliches fachliches Mehrwissen verfügen, Änderungen vornehmen, kann dies zum Nachteil derjenigen werden, die diesen Personen an Fachwissen unterlegen sind.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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