Bitcoin-Kurs: Fällt die 20.000 nach Corona?

Bitcoin ist die bekannteste Kryptowährung. Und sie leidet! Nach schweren Verlusten durch die Corona-Krise befindet sie sich nunmehr wieder im Aufwind und die Anleger fragen: Wird die 20.000er Marke überschritten?

Bitcoin: Auf und Ab an der Börse

Anleger kamen in den vergangenen Monaten nicht nur aufgrund der gesundheitlichen Lage im Land ins Schwitzen. Auch Bitcoin brachte den einen oder anderen Schweißausbruch mit sich, denn der Handel mit Kryptowährung musste schwere Verluste hinnehmen. Jetzt scheint es, als befände sich Bitcoin wieder im Aufwind.

Wie war der Stand vor Corona?

Vor Corona sah alles gut aus: Der Kurs lag bei über 9.500 Euro! Dann kam Corona und der Kurs fiel in schwindelerregender Schnelligkeit. Derzeit liegt er immer noch etwa 29 Prozent unter dem Vor-Corona-Kurs, auch wenn viele Anleger davon ausgegangen waren, dass die Kryptowährung wohl deutlich weniger an Wert verlieren würde als andere Anlageklassen.

Doch weit gefehlt! Auch Bitcoin war betroffen und konnte nicht gar noch zulegen, wie manche Anleger sich erhofft hatten. Vielmehr verhielt sich der Kurs nicht anders als andere, stürzte ins scheinbar Bodenlose und wollte sich gar nicht wieder fangen. Jetzt allerdings scheint es, als wäre der Abwärtstrend aufgehoben und als ginge es rasant bergauf.

Vor Corona sah alles gut aus: Der Kurs lag bei über 9.500 Euro!  ( Foto: Shutterstock-SFIO CRACHO  )

Vor Corona sah alles gut aus: Der Kurs lag bei über 9.500 Euro! ( Foto: Shutterstock-SFIO CRACHO )

Wer investiert in Bitcoin?

In Bitcoin wird vor allem von institutionellen Anlegern investiert, dies ergaben verschiedene Umfragen (u. a. von Cointelegraph). In erster Linie waren es Hedgefonds, die sich als Interessenten präsentierten, auch Family Offices und Privatpersonen mit dem nötigen Kleingeld zeigten großes Interesse an der Kryptowährung.

Experten gehen davon aus, dass sich vieles unter der Oberfläche abspiele und daher nicht so offensichtlich sei. Es gäbe inzwischen sogar Brokerformen, die Verwahrungslösungen gefunden haben und anbieten würden.

Allerdings haben institutionelle Anleger durchaus einen großen Nachteil, der sich in einer Krise überdeutlich zeigt. Sie versuchen, unbedingt ihre Liquidität zu wahren. Dies gelingt nur, wenn sie alle Mittel zusammenziehen und diese damit auch aus derartigen Anlageklassen abziehen. Sie bleiben nicht bei Bitcoin, sondern ziehen sich zurück, was den Kurs in einer Krise weiter fallen lässt.

Nachdem die Corona-Krise zumindest zum Teil vorüber ist, fragen sich Anleger zu Recht: Wird es wieder aufwärts gehen? ( Foto: Shutterstock-Audrius Merfeldas  )

Nachdem die Corona-Krise zumindest zum Teil vorüber ist, fragen sich Anleger zu Recht: Wird es wieder aufwärts gehen? ( Foto: Shutterstock-Audrius Merfeldas )

Hoffnung für die Zukunft der Kryptowährung

Nachdem die Corona-Krise zumindest zum Teil vorüber ist, fragen sich Anleger zu Recht: Wird es wieder aufwärts gehen? Wie wird es Bitcoin in der nächsten Zeit ergehen und lässt sich die 20.000er Marke überschreiten? Und was ist eigentlich mit dem viel gepriesenen Schub durch die Digitalisierung?

Was bringt der Digitalisierungsschub?

Die Corona-Pandemie hat zu einem Digitalisierungsschub geführt, in dessen Windschatten sich feststellen lässt: Bitcoin wird wieder stärker! Finanzexperten gehen davon aus, dass dies für Europa von großem Vorteil sein könnte, denn nun habe man die Chance, ein internationaler Vorreiter im Blockchain-Bereich zu werden.

Damit ließen sich auch die Regeln für den Umgang mit Blockchain festgelegen, was wiederum mit gewaltigen Möglichkeiten für die gesamte Finanzbranche verbunden sein könnte. Dafür müsse es aber eine bindende und vor allem einheitliche Regelung vonseiten der EU geben.

Die Börse Stuttgart hatte die Krypto-App Bison herausgegeben, die deutliche Hinweise darauf zeigt, dass dieses Jahr für Bitcoin trotz aller Widrigkeiten erfolgreich werden könnte. Seit Januar 2020 sei laut Geschäftsführer von Sowa Labs Ulli Spankowski die Zahl der Anwender dieser App um ca. 40 Prozent gestiegen.

Trotz allem: Bitcoin gilt immer noch nicht als seriöse digitale Währung, denn der Handel mit Blockchain gilt eher als Glücksspiel denn als glaubhafte Anlagestrategie. Viele Finanzler vergleichen Blockchain mit Pferdewetten und sehen somit unkalkulierbare Risiken in einem Glücksspiel gebunden. Das große Potenzial von Bitcoin ist damit immer noch nicht erkannt bzw. wird nicht ausreichend genutzt.

Video: Bitcoin: Wann kommt der Ausbruch?

Wie reagierte der Bitcoin-Kurs auf die Corona-Maßnahmen?

Blockchain tut sich vor allem durch Bitcoin und Ethereum hervor, dies sind die bisher bekanntesten Anwendungen der Technologie. Für den Vorgang des Handels mit Bitcoin müssen Rechner verschiedene Algorithmen lösen und erhalten dafür Bitcoins, was als Mining bezeichnet wird.

Die Blockchain wird von Experten als Enabler betitelt, sie soll dabei helfen, die nötigen Prozesse für den Handel mit Bitcoin kostengünstiger, schneller und einfacher ablaufen zu lassen. Damit ist Blockchain in Bezug auf Infrastruktur und Business eine Revolution, was wiederum den aktuellen Kursen eine rosige Zukunft und hohe Wachstumsraten unterstellt.

Wie genau der Bitcoin-Kurs nun auf die Corona-Krise und die eingeleiteten Maßnahmen reagieren wird, bleibt bisher noch unklar. Maßgeblich wird sein, wie die Notenbanken und der Staat reagieren und ob sich der Trend einstellt, nachdem Bitcoin als eine Art Fluchtwährung genügend Schutz vor Inflation bieten kann. Denn: Derzeit sieht die Lage nicht sehr gut aus und nicht nur Unternehmen stehen vor der Pleite, sondern ganze Staaten.

Die Zentralbanken werden in die Rolle von Finanzierern geführt, die sich wiederum kompletten Ländern annehmen werden. Experten gehen davon aus, dass Menschen, die Angst vor der Zukunft haben, sich ganz schnell derartigen Kryptowährungen zuwenden könnten und dass deren Interesse an einer Investition in Bitcoin dementsprechend rasch wachsen wird.

Damit wiederum könnten auf lange Sicht gesehen sogar Banken überflüssig werden. In jedem Fall aber ist davon auszugehen, dass sich der Finanzmarkt in dem Zuge ändern wird und dass sogar Transaktionen im Internet angepasst werden.

Neue Chancen für Bitcoin

Angesichts der stetigen Veränderungen fragt sich nun, wie sich der Bitcoin-Markt entwickeln wird. Auf der einen Seite stehen die Wünsche der Anleger, auf der anderen Seite die Meinungen der Finanzexperten.

Doch die Finanzler sind sich sicher: Corona wird sich auf Kryptowährungen positiv auswirken und so könnte sich Bitcoin im Aufwärtstrend befinden.

Wie entwickelt sich der Krypto-Markt?

Viele traditionell orientierte Börsenfachleute bemängeln die Volatilität innerhalb des Krypto-Marktes, wobei sich dieser allerdings auch kaum mit einem normalen Aktienmarkt vergleichen lässt. Seit Corona reagieren die Anleger und Finanzler nahezu panisch auf die Aussagen sämtlicher Experten zur wirtschaftlichen Entwicklung des Landes und der Welt.

Wunsch und Wirklichkeit gehen auseinander, wobei die Kurse an der Börse nicht wirklich die realwirtschaftlichen Situationen widerspiegeln. Viele fragen sich schon jetzt, wann die Blase platzen wird. Ob sie das macht oder nicht, ist hingegen keine Frage mehr.

Damit wird deutlich, dass sich der Krypto-Markt erst einmal erholen könnte. Bitcoin-Kurse werden steigen, die gesamten Auswirkungen der wirtschaftlichen Lage werden sich auch auf dem Krypto-Markt zeigen. Dieser müsste sich von den üblichen Märkten lossagen, um dies zu verhindern.

Video: Bitcoins: alles nur noch Spekulation? | DW Deutsch

Welche Chancen gibt es für den Bitcoin-Kurs?

Kurze Höhenflüge sind meist nicht besonders nachhaltig, dies hat auch schon die Vergangenheit gezeigt. Wichtiger sind momentan die Konjunkturprogramme, die sich auf Wirtschaft und Währung auswirken werden. Damit könnte sich die Abkopplung des Krypto-Marktes vom traditionellen Markt beschleunigen lassen.

Momentan sieht es so aus, als würden die Hilfspakete zugunsten der durch Corona geschädigten Unternehmen die Inflation nicht beeinflussen. Der Markt wird künstlich liquide gehalten, was dank der Anleihenkaufprogramme ermöglicht wird. Die Währungsinflation scheint realistisch. Die Folge davon: Viele Anleger könnten in den Krypto-Markt getrieben werden, das Überschreiten der 20.000er Marke rückt in greifbare Nähe.

Momentan sieht es so aus, als würden die Hilfspakete zugunsten der durch Corona geschädigten Unternehmen die Inflation nicht beeinflussen. ( Foto: Shutterstock- khak )

Momentan sieht es so aus, als würden die Hilfspakete zugunsten der durch Corona geschädigten Unternehmen die Inflation nicht beeinflussen. ( Foto: Shutterstock- khak )

Doch nicht nur der Bitcoin-Kurs entwickelt sich vor dem Hintergrund der Corona-Krise positiv. Auch andere Kryptowährungen profitieren, wenn auch oft nur kurzfristig:

  • Ripple-Kurs
    Die Steigerungen sind nicht nachhaltig: Nach einem Anstieg um zwei Prozent innerhalb von 24 Stunden sankt der Kurs in den darauffolgenden sieben Tagen wieder um mehr als drei Prozent.
  • Ether-Kurs
    Auch hier lässt sich feststellen, dass einem Anstieg um ein Prozent ein Fallen um 3,7 Prozent folgte. Der Anstieg wurde im Tagesvergleich, das Fallen des Kurses im Wochenvergleich ermittelt.
  • IOTA-Kurs
    Hier sind die Kursschwankungen besonders offensichtlich: Nach einer Steigerung innerhalb von 24 Stunden um mehr als zwei Prozent fiel der Kurs dann binnen einer Woche in den Minusbereich. Der Absturz wurde mit 8,7 Prozent angegeben.

Ob sich diese Kurse wieder positiver entwickeln oder ob sich alles auf die größte Kryptowährung Bitcoin konzentriert, wird in der schnelllebigen Börsenwelt derzeit noch diskutiert. Fakt ist aber, dass sich Bitcoin nach dem diesjährigen Halving recht schnell wieder erholen konnte und dass das Überschreiten der 20.000 Euro als wichtige Markierung in erreichbare Nähe gerückt ist.

Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich die Wirtschaft weiter entwickelt und ob eine eventuelle zweite Corona-Welle noch mehr Insolvenzen, finanzielle Schwierigkeiten und damit verbundene Kursschwankungen auslösen kann.

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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