„Bilanzen lesen“: Manfred Weber und sein Buch

Wer in Unternehmen investiert, muss „Bilanzen lesen“. Manfred Weber hat darüber ein Buch geschrieben, welches dem Investor das richtige Werkzeug an die Hand gibt und das nötige Wissen vermittelt. Wir haben das Buch „Bilanzen lesen“ von Manfred Weber mal genauer angeschaut.

Was genau gibt uns Manfred Weber mit seinem Buch „Bilanzen lesen“?

Wer einen Blick in die Bilanzen wirft, möchte Informationen zum Status eines Unternehmens erhalten. Während mancher vordringlich auf den im bilanzierten Geschäftsjahr ausgewiesenen Ertrag achten wird, richtet der erfahrene Investor seinen Blick vor allem auf die Zukunftsaussichten des Unternehmens. Der Blick in die Zukunft berührt Fragen der Liquidität, der Reserven, aber auch die Frage, welche Lasten das Unternehmen mit in die nächsten Jahre nehmen wird – also indirekt den unternehmerischen Spielraum. Hier geht es für den potentiellen Investor vor allem auch um das Erkennen von Risiken und um die Nachhaltigkeit seines Investments.

Berührt dies auch den Fondssparer? Ja, das tut es. Wenn wir uns beispielsweise einen Sparer eines Aktienfonds vorstellen, dann wird uns schnell bewusst, dass zwar primär in die Kasse des Fonds eingezahlt, letztlich aber doch in Unternehmen investiert wird. Somit stellt sich auch hier die Frage nach Risiken und nach Chancen. Was ist von den Unternehmen zu halten, deren Aktien der Fondsmanager gekauft hat?

Genügt es, die Bilanzen eines Unternehmens zu lesen? Manfred Weber kann hierauf kein klares „Ja“ antworten. Denn zusätzlich zu den Erkenntnissen aus dem Studium der Bilanzen benötigt der Investor oder Fondssparer noch Kenntnisse über die Rahmenbedingungen in der Wirtschaft der Gegenwart, also dem Schauplatz, auf welchem die im Fonds „gebündelten“ Unternehmen auftreten. Dieses Wissen ändert sich Jahr für Jahr, Monat für Monat, ja eigentlich sogar Tag für Tag. Manfred Weber kann dieses Wissen nicht an die Hand geben, wohl aber das Rüstzeug mit diesem Wissen umzugehen.

Was das Lesen der Bilanz anbelangt, so weist Manfred Weber dem Fondsparer einen Weg zu den wichtigen Informationen. Dies beginnt mit dem Erklären der verschiedenen Termini, den Fachbegriffen einer Bilanz. Wer diese womöglich nicht kennt, kann die in der Bilanz enthaltenen Informationen auch nicht heraufiltern.

Manfred Weber und sein Bilanz-ABC für Newbies

Für den Investor-Newbie hat Manfred Weber das Bilanz-ABC geschaffen und in das Buch integriert. Die Begriffe lassen den Neuling schnell die Bedeutung der verschiedenen Abschnitte und Daten einer Bilanz erkennen.

Die Bilanz-Kennzahlen

Beim Lesen von Bilanzen kommt es auch auf die richtige Interpretation der einzelnen Zahlen an. Wie die Bilanz-Kennzahlen ausgelegt werden müssen, führt Manfred Weber ebenfalls aus.

Bilanzen lesen für Jedermann?

Für welche Leser ist das Buch von Manfred Werner ideal? Nun, ganz ohne Vorkenntnisse wirtschaftlicher Zusammenhänge und ohne ein gewisses Grundverständnis der Wirtschaft wird auch dieses Buch nicht zum Investment-Erfolg gereichen. Damit schränkt sich der Leserkreis einerseits schon ein wenig ein. Andererseits ist ein solches Wissen generell Grundvoraussetzung für ein Investment.

1. „Bilanzen lesen“ für Aktionäre

Aktionäre und Gesellschafter gehören naturgemäß zur Leserschaft von Bilanzen. Dieser Personenkreis hat ein natürliches Interesse, die Fortentwicklung des bilanzierenden Unternehmens zu verfolgen. Mittels der Bilanz gewährt das Unternehmen seinen Anteilseignern Einblick in die bisherige Entwicklung und erlaubt auch einen Ausblick in die Zukunft. Der Aktionär und Gesellschafter kann über die Betriebskennzahlen verfolgen, ob das Unternehmen auf Kurs ist.

2. Management und Belegschaft lesen ebenfalls Bilanzen

Die Bilanz gibt auch der Belegschaft wichtige Informationen über ihren Arbeitgeber. Wie stark steht das Unternehmen im Markt? Wie wirtschaftlich arbeitet das Unternehmen? Wie kann die Zukunft des Unternehmens aussehen? Für den Mitarbeiter stellt sich hier nicht nur die Frage nach der Dauerhaftigkeit seines Arbeitsplatzes. Vielmehr steht auch die Frage im Raum, ob das Management zielführend mit der Leistung des Mitarbeiters umgeht und diese in Ertrag und Zukunftsfähigkeit umsetzt. Betriebswirtschaftliche Kennzahlen von GmbH und Aktiengesellschaft werden mit dem Buch von Manfred Werner auch für die Mitarbeiter des Unternehmens transparent.

3. „Bilanzen lesen“ für Unternehmer

Vor der Anbahnung einer Geschäftsbeziehung prüft ein Unternehmer, in welcher wirtschaftlichen Verfassung sich sein potentieller Geschäftspartner befindet. Kann die Geschäftsbeziehung über die von mir geplante Dauer halten? Ist der Geschäftspartner leistungsfähig genug, sich in die Kooperation einzubringen? Vorwiegend unternehmerische Fragen führen zu einem Blick in die Bilanzen.

Drei Wege zum Lesen von Bilanzen

Manfred Werner hat in seinem Buch drei Zugänge zum Verständnis von Bilanzen geschaffen.

1. Die Musterbilanz

Mit der Muster-Bilanz kann leicht und schnell die Bedeutung einzelner Abschnitte einer Bilanz nachvollzogen werden. Wichtige Abschnitte der Bilanz hebt Manfred Werner farblich hervor. Beispielkennzahlen der Musterbilanz sind ausführlich erklärt. Bilanzanalyse und Bilanzbewertung werden so zwar nicht zum Kinderspiel, sind jedoch verständlich.

2. Die Grundsätze bei der Bilanzbetrachtung

Grundsätze der Bilanzauswertung fassen wichtiges Wissen und Erfahrung in einfachen Regeln zusammen. Manfred Werner gibt dem Leser mit seinen Grundsätzen einfache Regeln an die Hand, welche bereits seit Jahrzehnten Gültigkeit haben und eine gute Orientierung beim Lesen von Bilanzen ermöglichen.

3. Der GuV-Taschen-Guide

Eine Gewinn- und Verlustrechnung aus einer betrachteten Bilanz einfach erstellen zu können, gehört zum grundlegenden Rüstzeug eines Bilanzanalysten. Auch hier versetzt Manfred Werner den Leser in die Lage, diese wichtige Aufgabe zu meistern. Der Taschen-Guide lässt den Bilanzanalysten in wenigen Schritten die Gewinn- und Verlustrechnung erstellen, zeigt er doch auf, welche Bilanzkennzahlen in welcher Form in die GuV einfließen müssen.

4. Das Bilanz-ABC für den Überblick

Einhundert Begriffe aus der Welt der Bilanzen erklärt Manfred Werner dem Leser. Einhundert Mosaiksteine fügen sich zu einem Bild zusammen. Das Nachschlagewerk hilft, die in einer Bilanz oft spontan auftauchenden Termini zu verstehen.


Bildnachweis: © unsplash.com – Felix Russell-Saw

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg. Er schreibt bereits viele Jahre für technische Fachmagazine, außerdem als freier Autor zu verschiedensten Markt- und Businessthemen. Als fränkische Frohnatur findet er bei seiner Arbeit stets die Balance zwischen Leichtigkeit und umfassendem Know-how durch seine ausgeprägte Affinität zur Technik.

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