Positive Konjunkturentwicklung in Sachsen-Anhalt

18.01.2007 | Hannover/Braunschweig
Die NORD/LB Landesbank für Sachsen-Anhalt erwartet für 2007 eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums in Deutschland. Das Wachstum des realen Bruttoinlandsproduktes wird bundesweit bei 0,9 Prozent liegen. Während sich die neuen Bundesländer insgesamt leicht über dem gesamtdeutschen Niveau bewegen, wird das Wachstum in Sachsen-Anhalt mit erwarteten 0,8 Prozent etwas geringer ausfallen.

Diese Prognose resultiert vor allem aus einer zu erwartenden sinkenden Auslandsnachfrage und damit verbundenen schwächeren Dynamik im Verarbeitenden Gewerbe. Darüber hinaus ist mit einer stärkeren Konsumzurückhaltung der privaten Haushalte durch die Mehrwertsteuererhöhung zu rechnen.

Industrieentwicklung in 2006 über Bundesdurchschnitt

Im vergangenen Jahr war das Verarbeitende Gewerbe wieder der stärkste Wachstumsträger im Land. In den ersten acht Monaten stiegen die Industrieumsätze gegenüber dem Jahr 2005 um 17,4 Prozent. Dabei erzielten die Bereiche Metallindustrie und Maschinenbau mit einem Plus von fast 30 Prozent die höchsten Zuwächse. Auch die Auftragslage in der sachsen-anhaltinischen Industrie hat sich in den ersten acht Monaten des Jahres 2006 deutlich verbessert. Das Verarbeitende Gewerbe weist im Vorjahresvergleich einen Zuwachs von 19,8 Prozent bei den Auftragseingängen aus, womit das Land klar über dem Bundesdurchschnitt von 11,6 Prozent liegt.

Im Bausektor ging der Umsatz von Januar bis Juli 2006 um 1,8 Prozent zurück. Zudem sank die Zahl der Beschäftigten um 8,1 Prozent. Bei den Auftragseingängen erzielt Sachsen-Anhalt zwar ein Plus von 1,3 Prozent, liegt jedoch erheblich unter dem gesamtdeutschen Niveau von 7,5 Prozent. Der Tourismussektor weist dagegen im ersten Halbjahr 2006 eine im Bundesvergleich günstigere Entwicklung auf. Die Zahl der Übernachtungen stieg im Zeitraum von Januar bis August des vergangenen Jahres um 5,7 Prozent, während sie im gesamten Bundesgebiet um lediglich 1,7 Prozent zunahm.

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt bleibt trotz des aktuellen Aufwärtstrends angespannt. Die Arbeitslosenquote in Sachsen-Anhalt lag im Oktober 2006 bei 18 Prozent und damit weiterhin deutlich über der in Deutschland (9,8 Prozent). In Ostdeutschland liegt der Wert bei 15,7 Prozent. Die Arbeitslosenquote im Land ist damit gegenüber dem September um 0,9 Prozentpunkte gesunken, im Vergleich zur Quote vom Oktober 2005 stellt dies einen Rückgang um ein Prozent dar.

Gründungsaktivitäten Ausdruck der Zukunftsfähigkeit von Regionen

Ein Indikator für die Zukunftsfähigkeit von Regionen sind Unternehmensgründungen. Zum einen treiben sie den Strukturwandel in einer Region durch die Erneuerung des Unternehmensbestandes voran, zum anderen werden Arbeitsplätze geschaffen. Die Gründungsdynamik in Sachsen-Anhalt fällt im Zeitraum 2002 bis 2005 sowohl im Bundesvergleich als auch im Vergleich zu den übrigen neuen Ländern schwächer aus. Die einzelnen Regionen weisen jedoch unterschiedliche Gründungsintensitäten auf. Die Landeshauptstadt Magdeburg lag mit knapp 63 Gründungen je 10.000 Erwerbsfähigen an der Spitze. Es folgen das Jerichower Land und der Ohrekreis. Das Schlusslicht bilden die Landkreise Weißenfels, Anhalt-Zerbst und der Saalkreis. Auffällig ist zudem die relativ geringe Gründungsintensität in der Großstadt Halle, die bei diesem Indikator lediglich im hinteren Drittel liegt.

Die Zukunftsfähigkeit einer regionalen Wirtschaft wird insbesondere durch Gründungen in wissensintensiven Bereichen ausgedrückt, denn diese spiegeln die für den nachhaltigen Erfolg besonders relevante Innovationsfähigkeit wider. Bei der regionalen Betrachtung zeigt sich, dass sich neue Unternehmen aus diesen Bereichen vornehmlich in Großstädten ansiedeln bzw. dort entstehen. Magdeburg, Dessau und Halle liegen bei diesem Indikator auf den vorderen Plätzen. Die Analyse der Gründungsintensität ist jedoch lediglich ein einziger Indikator für die Beurteilung der Zukunftsfähigkeit. Die Regionen können sich beispielsweise auch durch touristische Qualitäten nachhaltig behaupten.

Quelle: Pressemeldung NORD/LB Norddeutsche Landesbank Girozentrale

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