IHK: Deutsche Technologien in den USA gefragt

12.10.2010 | Mainz
Im ersten Halbjahr 2010 ist die Ausfuhr aus Deutschland nach Nordamerika um über 14 Prozent gestiegen. Deshalb hat sich bei Experten der Eindruck verfestigt, dass sich die USA nach der weltweiten Finanzmarktkrise wieder stabilisieren.

"Die USA werden als Wirtschaftsmarkt für Rheinland-Pfalz und Rheinhessen wieder ihre bedeutende Rolle einnehmen können, nachdem die Privatwirtschaft erstmals wieder Arbeitsplätze geschaffen hat", sagte Günter Jertz, Geschäftsführer der IHK für Rheinhessen. Diese Trendwende werde das Konsumklima beleben, wovon der Außenhandel mit den USA profitieren werde. Exportschlager aus der hiesigen Region waren im ersten Halbjahr pharmazeutische Erzeugnisse, chemische Vorerzeugnisse, Kunststoffe und Wein, der in einer Größenordnung von 50 Millionen EUR ausgeführt wurde.

Nordamerika bietet rheinland-pfälzischen Unternehmen ein expandierendes Geschäftsfeld in allen Sektoren, die mit den Themenfeldern "Umwelt" und "Energie" in Zusammenhang stehen. Auch die Branchen Maschinen- und Anlagenbau, Infrastrukturausbau und Automobilindustrie melden gesteigerte Nachfrage. Das Markenzeichen "Made in Germany", innovative Erzeugnisse, angepasste Lösungen und ein momentan für die Exporte günstiger Wechselkurs sind optimale Voraussetzungen zur Sicherung von Marktanteilen.

Dass dies alleine keine Erfolgsgarantie für einen Markteinsteig ist, schilderte Silke Miehlke von der German American Chamber of Commerce of the Southern US in Atlanta: "Wesentliche Herausforderungen für den Erfolg auf dem US-Markt sind für viele deutsche Unternehmen Innovationskraft und Technologieführerschaft - damit einhergehend bieten sich Chancen über die Nutzung bestehender Kapazitäten und staatlicher Förderprogamme. Unerlässlich sind dennoch eine spezifische Anpassung an die Gegebenheiten des Marktes und das richtige Kontaktnetzwerk."

Neben Kontakten spielen die rechtlichen Voraussetzungen eine große Rolle - gerade in Bezug auf Haftung. Welche Chancen und Risiken sich hierdurch und im Vertrieb sowie bei Tochtergesellschaften gibt, schilderte Hans-Michael Kraus, Partner in der Anwaltskanzlei Smith, Gambrell & Russell aus Atlanta. Dass eine Präsenz vor Ort unabdingbar ist berichtete Christof van den Bruck, Länderkoordinator USA, juwi Wind GmbH aus Wörrstadt, der aber auch auf einige Irritationen im Geschäft mit US-Partnern hinwies: "Unsere Direktheit ist für die US-Amerikaner ungewohnt und verunsichert sie. Unbeschönigtes Aufzeigen von Schwierigkeiten wirkt auf Amerikaner viel negativer als auf uns. Amerikaner meinen, die Situation ihres Geschäfts so positiv wie möglich darstellen zu müssen. Dadurch werden Probleme oft erst spät deutlich." Ein weiterer Tipp: Lokalpolitiker würden eine Ansiedlung fördern, wenn sie darin einen Wert für die Region sähen, beispielsweise die Schaffung von Arbeitsplätzen, höhere Steuereinnahmen oder das Ankurbeln der lokalen Wirtschaft.

Damit sich interessierte Unternehmer vor Ort über die Möglichkeiten eines Markteinstiegs informieren können, veranstaltet das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz eine Wirtschaftsreise nach San Francisco und Atlanta. "Atlanta gilt als die prosperierendste Region in ganz Nordamerika, die zudem unzählige Möglichkeiten für wirtschaftliches Wachstum bietet. San Francisco ist besonders für den Bereich Umwelttechnik interessant, in dem Rheinland-Pfalz ja einiges zu bieten hat", begründete Katharina Langen, Referentin Außenwirtschaft, Messen im Ministerium die Auswahl der Ziele.

Quelle: Pressemeldung Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen

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