Die Marktmeinung aus Stuttgart

16.12.2009 | Stuttgart
Die Aktienmärkte werden zurzeit von der Devisen- und Rentenseite stark beeinflusst, auf der Devisenseite ist der US-Dollar weiter auf dem Weg zur Stärke. Der Euro leidet an der Tatsache, dass das Misstrauen gegenüber den europäischen Kreditinstituten wieder stärker wächst. Hinzu kommen die unverändert hohen Länderrisiken.

Die Rentenmärkte sind von einer Aussage des US-Notenbankchefs Bernanke geprägt, der nun erstmalig klar äußerte, dass ein Anstieg der Leitzinsen in den USA doch schneller kommen könnte als bisher erwartet: Wenn die Wirtschaft ihre Erholung fortsetze, könne es angemessen sein, die Zinsen anzuheben. Hinzu komme, dass es nicht viele Hinweise gebe, dass der Aktienmarkt derzeit eine Blase bilde. Damit tritt Bernanke den Befürchtungen entgegen, dass die gestiegene Inflationsgefahr in den USA nicht rechtzeitig erkannt werden könnte. Für Deutschland hat die ZEW-Prognose klargestellt, dass die Wirtschaft zwar weiter auf einem Erholungsweg ist, aber keinen Aufschwung erhalten wird, d.h. die konjunkturelle Lage in Deutschland bessert sich nur extrem langsam. Die geringe Geschwindigkeit zeigt sich auch an den Aktienmärkten: Es ist eine gewisse Pattsituation entstanden zwischen Bullen und Bären. Der DAX liegt in einem Seitwärtskanal zwischen 5.850 und 5.600 Punkten, ebenso der Euro Stoxx 50, der zwischen 2.550 und 2.400 Punkten pendelt. Und auch der Dow-Jones-Index bewegt sich zwischen 10.150 und 10.500 Punkten. Die letzten Tage bis Jahresende werden sicherlich weiter von widersprüchlichen Konjunkturmeldungen gekennzeichnet sein. Auf der einen Seite eine leichte Verbesserung der Unternehmensdaten und auf der anderen Seite unverändert Meldungen über drohende Staatsbankrotte. Insofern werden wir auch zu Beginn des Jahres mit diesen beiden Seiten konfrontiert werden. Dies bedeutet eine unverändert hohe Volatilität. Sollte die Weltkonjunktur Rückenwind erhalten, werden sich die Aktienmärkte aufgrund der hohen Liquiditätsbestände sehr schnell nach oben bewegen. Dies bedeutet für den DAX einen ersten Schritt in Richtung 6.250 Punkte. Je schneller dieser Anstieg kommt, desto stärker wird der Rückschlag ausfallen, der durchaus wieder in Richtung 5.200 Punkte gehen könnte. Diese starke Schwankungsbreite dürfte sich in den ersten sechs Monaten des Jahres 2010 abspielen. Bis zum Jahresende sind generell keine größeren Veränderungen mehr zu erwarten. Die ersten 14 Tage im neuen Jahr sind erfahrungsgemäß kein guter Indikator für die weitere Entwicklung an den Kapitalmärkten. Insofern bleiben wir auch noch bei unserer Position, dass mittelfristig orientierte Anleger ihr Portefeuille zurzeit nicht zusätzlich aufstocken sollten, aber Tradingmöglichkeiten weiterhin gegeben sind. Positiv bleiben wir für die Branchen Gesundheitswesen/Medizintechnik und Pharma. Bei den Einzelwerten sehen wir als kaufenswert das Versorgungsunternehmen Fortum und den Bauwert Wereldhave.

Quelle: Pressemeldung Bankhaus ELLWANGER & GEIGER KG

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