AMV hat Marktposition weiter ausgebaut Dividendenerhöhung von 12,50 DM auf 15,00 DM

20.05.1998 | Köln
Hauptversammlung stimmt Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln zu Ergebnis 1998 über Vorjahreshöhe erwartet. Die Aachener und Münchener Versicherung AG (AMV) kann wieder auf ein Erfolgsjahr zurückblicken, erklärte der Vorsitzende des Vorstands, Elmo Freiherr von Schorlemer, auf der Hauptversammlung am 20. Mai 1998 in Aachen. Wie im Vorjahr konnte die Gesellschaft auch in 1997 ihre Marktposition weiter ausbauen.

Obwohl der Gesamtmarkt einen Rückgang der Beitragseinnahmen um 1,5 % hinnehmen mußte, konnte die AMV die Brutto-Beitragseinnahmen im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft um 0,5 % auf 2,0 Mrd. DM steigern. Hier werden nach Aussage von Schorlemers vor allem die Erfolge bei der Umsetzung der Privatkundenstrategie der AMV sichtbar. Gemeint ist damit die konsequente Ausrichtung der Unternehmensphilosophie auf die Bedürfnisse der Kunden. Ziel sei es, die Positionierung als Serviceversicherer weiter auszubauen und Produktentwicklung und Preisgestaltung darauf auszurichten.

Träger des Wachstums war erneut die positive Entwicklung in der Unfallversicherung (Beitragsanstieg 4,9 %, Markt 3,0 %) und in der Allgemeinen Haftpflichtversicherung (Beitragsanstieg 3,5 %, Markt 2,8 %). In der mit Abstand größten Schadenversicherungssparte, der Kraftfahrtversicherung, hielt der starke Tarif- und Preiswettbewerb an. Während die AMV in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung einen Zuwachs der Beitragseinnahmen von 1,2 % erzielte, gingen die Beitragseinnahmen im gesamten Markt um 3,4 % zurück. Bemerkenswert war dabei nach Aussage von Schorlemers auch ein weiteres deutliches Ansteigen der Vertragsstückzahl in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung. Hier erzielte die AMV mit einem Zuwachs von über 32.000 Stück bzw. 3,6% einen deutlich besseren Wert als der Markt. Die Zahl der vermittelten Versicherungsverträge insgesamt wuchs um rd. 300.000 Stück auf über 5,7 Mio. Verträge.

Die Schadenstückzahlen nahmen wegen der Frostperiode zu Beginn des Jahres und der Sturmereignisse um 7,8 % gegenüber dem Vorjahr zu. Der Schadenaufwand im selbst abgeschlossenen Geschäft erhöhte sich um 6,0 % auf rd. 1,4 Mrd. DM. Gleichzeitig kam es zu einem Anstieg der versicherungstechnischen Rückstellungsquote (versicherungstechnische Rückstellungen in Prozent der Beitragseinnahmen) von 143,7 % im Vorjahr auf 154,8 % in 1997.

Der Verwaltungskostensatz im selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft sank trotz investiver Maßnahmen zur weiteren Effizenzsteigerung und eines Stückzahlwachstums der Verträge um 0,1 % auf 14,0 %. Hier zeigen sich nach Angabe des AMV-Vorstandsvorsitzenden die Erfolge der umgesetzten Maßnahmen zur Senkung der produktionsunabhängigen Kosten. Die Zahl der angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ging um 2,6 % auf 3.301 zurück. Die Provisionsquote stieg um 1,0 % auf 16,6 %. Dies ist ursächlich auf den abnehmenden Anteil der Beitragseinnahmen aus den Kraftfahrzeugsparten am Gesamtbeitragsvolumen und auf den zielgerichteten Ausbau unseres Außendienstes zurückzuführen. Insgesamt stieg der Bruttokostensatz von 29,7 % auf 30,6 %.

Das gesamte versicherungstechnische Ergebnis für eigene Rechnung vor Veränderung der Schwankungs- und ähnlicher Rückstellungen ergab einen Verlust von 124,7 Mio. DM (Vorjahresverlust 30,8 Mio. DM). Den Schwankungsrückstellungen wurden 15,3 Mio. DM (Vorjahr 29,7 Mio. DM) zugeführt, so daß sich diese nun insgesamt auf 316,0 Mio. DM belaufen.

Sehr erfreulich entwickelte sich die nichtversicherungstechnische Rechnung. Das Nettoergebnis aus Kapitalanlagen konnte von 196,3 Mio. DM im Vorjahr auf 295,4 Mio. DM in 1997 gesteigert werden. Die Veräußerungsgewinne aus Kapitalanlagen beliefen sich auf 171,4 Mio. DM. Größte Einzelposition waren dabei die Veräußerungsgewinne aus den Aktienhandelsbeständen. Die Nettoverzinsung ergab einen Wert von 10,2 % (Vorjahr 7,4 %).

Die Differenz zwischen den Zeitwerten und den Buchwerten der zu "Anschaffungswerten ausgewiesenen Kapitalanlagen" betrug Ende 1997 ca. 1,3 Mrd. DM. Bezogen auf die gesamten Kapitalanlagen ergeben sich damit Bewertungsreserven ("Stille Reserven") bezogen auf die Kapitalanlagen von rd. 44 %.

Die AMV erzielte 1997 einen Jahresüberschuß von 55,0 Mio. DM (Vorjahr 47,3 Mio. DM), der es ermöglicht, nach einer Dotierung der Rücklagen in Höhe von 13,0 Mio. DM die Dividende von 12,50 DM je Aktie um 2,50 DM auf 15,00 DM zu erhöhen. Die Hauptversammlung stimmte diesem Vorschlag zu.

Der Vorschlag, das derzeitige gezeichnete Kapital im Nenn-betragsverhältnis von 5:1 von 140,37 Mio. DM auf 168,44 Mio. DM durch Umwandlung von im Jahresabschluß ausgewiesenen Kapitalrücklagen in gezeichnetes Kapital zu erhöhen, wurde ebenfalls angenommen. Die Aktien sind für das gesamte Geschäftsjahr 1998 gewinnanteilsberechtigt.

Für 1998 erwartet der Vorstand der AMV ein über dem Vorjahreswert liegendes Ergebnis. Trotz der weiterhin schwierigen Marktverhältnisse mit hoher Arbeitslosigkeit und stagnierenden Einkommen sowie einem anhaltenden Preisdruck durch eine weitere Verschärfung des Wettbewerbes gingen die Beitragseinnahmen in den ersten 4 Monaten nur um 0,4 % gegenüber dem Vorjahr zurück. Dieser Rückgang ist im wesentlichen auf die marktweiten Beitragsminderungen im industriellen Firmenkundengeschäft zurückzuführen. In der Kraftfahrtversicherung konnten die Beitragseinnahmen zur gleichen Zeit um über 1 % gesteigert werden. Außergewöhnliche Schadenereignisse waren in den ersten Monaten nicht zu verzeichnen. Die Kostenquote entwickelt sich wie geplant. Das Ergebnis aus Kapitalanlagen liegt auf dem Ertragsniveau des Vorjahres.

Die innovative Produktpolitik, die bereits in 1997 durch Neuentwicklungen geprägt war, setzt die AMV auch in 1998 fort: Bereits zu Beginn des Jahres wurden U30, das Versicherungspaket für junge Leute, und die neue UnfallPLUS Kinderversicherung, die auch Folgen krankheitsbedingter Invalidität absichert, erfolgreich eingeführt. Außerdem werde die AMV noch in diesem Jahr eine Dynamische Sach-Gebäudeversicherung mit Mietausfalldeckung sowie eine Ertragsausfalldeckung anbieten, kündigte von Schorlemer an.

Im Einklang mit der klaren Ausrichtung auf die Kundenbedürfnisse steht die Positionierung der AMV zum EURO. Ab Mitte des Jahres 1999 wird die Gesellschaft alle aktuellen Produkte - zusätzlich zu den bisherigen DM-Tarifen - auch mit EURO-Tarifen anbieten. Um dem Anspruch als Serviceversicherer zusätzlich gerecht zu werden, steht ab Anfang 1999 ein "EURO-Service" in der Form zur Verfügung, daß der Einlösungsbetrag in allen Rechnungen in der jeweils anderen Währung parallel ausgedruckt werden kann.

Quelle: Pressemeldung Generali Deutschland Holding AG

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