1. Halbjahr 2008: Gute Ergebnisse trotz schwierigen Umfelds
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2008 sind Umsatz und Ertrag der Allianz Deutschland AG und ihrer Tochtergesellschaften erneut gestiegen. Die Neuordnung der Geschäftsprozesse kam planmäßig voran: Inzwischen arbeiten bereits drei Dienstleistungsgebiete vollständig im neuen Betriebsmodell, das vierte wird bis zum Jahresende folgen. Die Ausschließlichkeitsorganisation, der wichtigste Vertriebskanal der Allianz Deutschland AG, wird durch den Ausbau der neuen Agenturformate nachhaltig gestärkt.
"In einem schwierigen Marktumfeld haben wir erneut unsere Verlässlichkeit unter Beweis gestellt", sagt Dr. Gerhard Rupprecht, Vorstandsvorsitzender der Allianz Deutschland AG, über die Geschäftsentwicklung der ersten sechs Monate des Jahres. "In der gegenwärtigen Situation an den Finanzmärkten hat sich unsere langjährige Erfahrung und unser Fachwissen als Kapitalanleger ausgezahlt. Davon profitieren unsere Kunden."
Beitragseinnahmen wachsen
Im 1. Halbjahr 2008 erhöhten sich die Beitragseinnahmen um 6,1 Prozent auf 14,0 Milliarden Euro. Diese gute Entwicklung beruht auf einem Umsatzanstieg von 15,1 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro in der Lebensversicherung. Im Einmalbeitragsgeschäft trug die Ausfinanzierung von Pensionszusagen an Mitarbeiter im Rahmen von Firmenverträgen zum hohen Wachstum bei. Die vierte Erhöhung der Riester-Renten und der Verkaufserfolg bei den Basis-Renten kamen dem Geschäft gegen laufende Beiträge zugute.
Der Umsatz in der Schaden- und Unfallversicherung ging um 1,0 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro zurück. Die wesentlichen Gründe dafür waren eine weiterhin ertragsorientierte Zeichnungspolitik in einem intensiven Preiswettbewerb und die sinkenden Durchschnittsbeiträge in der Autoversicherung wegen der Einstufung vieler Kunden in günstigere Schadenfreiheitsklassen. Positiv entwickelte sich der Direktversicherer Allianz 24.
In der privaten Krankenversicherung verminderten sich die Beitragseinnahmen um 0,6 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro, weil die Prämienanpassungen zum 1. Januar 2008 über die Hälfte geringer ausfallen konnten als im Vorjahr.
Ergebnis entwickelt sich trotz zahlreicher Unwetter positiv
Die Verwaltungsaufwendungen sanken brutto um 7,1 Prozent auf 680 Millionen Euro wegen der Einsparungen durch die Neuordnung des Geschäftsbetriebs. Die Abschlussaufwendungen (brutto) stiegen dagegen um 11,9 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Neben dem hohen Neugeschäft in der Lebensversicherung wirkte sich insbesondere eine geringere Entlastung aus der Aktivierung und Abschreibung der Abschlusskosten aus. Der Grund dafür ist ein Basiseffekt aus dem Vorjahr, als Rechnungsgrundlagen in der Lebensversicherung angepasst wurden.
Für die Schaden- und Unfallversicherung hat die erste Jahreshälfte hohe Schadenbelastungen aufgrund zahlreicher Sturm- und Hagelunwetter gebracht. Die Allianz Deutschland AG rechnet derzeit damit, für die rund 250.000 Schäden etwa 325 Millionen Euro an ihre Kunden auszubezahlen. Die Ergebnisbelastung nach Beteiligung der Rückversicherer fällt mit 280 Millionen Euro höher aus als im Vorjahr, als der Sturm Kyrill und die Pfingstunwetter erhebliche Schäden verursachten. Die kombinierte Schaden- / Kostenquote nahm daher um 1,1 Prozentpunkte auf 98,6 Prozent zu, obwohl die Kostenquote allein um 2,1 Prozentpunkte auf 25,6 Prozent verbessert werden konnte.
Das operative Ergebnis stieg um 20,6 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Grund für diese hohe Zunahme sind insbesondere Veräußerungsgewinne aus dem Verkauf von selbstgenutzten Immobilien. Auch die Aktienbestände wurden im 1. Halbjahr weiter abgebaut. Die hierbei erzielten Gewinne trugen wesentlich zur Verdoppelung des Halbjahresüberschusses auf 1,5 Milliarden Euro bei.
Sicherheitsorientierte Anlagepolitik zahlt sich aus
Im 1. Halbjahr 2008 hat die Allianz Deutschland AG bei günstigeren Kursen das Aktienexposure über alle Sparten hinweg zugunsten festverzinslicher Wertpapiere reduziert. Durch Gewinne aus dem Aktienabbau und aus Absicherungsgeschäften konnten Abschreibungen bei den Aktienanlagen größtenteils ausgeglichen werden.
"Wir hatten zu keiner Zeit US-Hypotheken (Subprime-Mortgages) in unseren Büchern stehen", sagt Rupprecht. Der Bestand an Kapitalanlagen betrug Ende Juni 177,3 Milliarden Euro. Daraus konnte ein Kapitalanlageergebnis von 4,2 Milliarden Euro erzielt werden, eine Steigerung von 13,8 Prozent.
Einführung des neuen Betriebsmodells kommt planmäßig voran
Inzwischen arbeiten die Dienstleistungsgebiete im Norden und im Südosten im neuen Betriebsmodell, der Südwesten steht unmittelbar vor der Einführung der neuen Geschäftsprozesse. "Die technischen Startschwierigkeiten des Pilotbetriebs sind behoben", erläutert Rupprecht. "Es wird jedoch noch eine gewisse Zeit dauern, bis alle Produktivitätsvorteile ausgeschöpft sind, weil sich viele unserer Mitarbeiter mit einer grundlegend veränderten Arbeitsweise vertraut machen müssen."
Der vorgesehene Stellenabbau war bis Ende Juni bereits zu 90 Prozent erreicht. "Wir gehen davon aus, diesen vor Auslaufen des Sozialplans Ende 2009 abgeschlossen zu haben", betont Rupprecht.
Neue Vertriebsformate ausgebaut
Die Ausschließlichkeitsorganisation der Allianz Beratungs- und Vertriebs-AG ist der wichtigste Absatzkanal der Allianz Deutschland AG. Um diesen Vertriebsweg nachhaltig zu stärken, setzt die Allianz auf einen differenzierten Marktauftritt durch den Ausbau neuer Vertriebsformate.
Hierzu zählen die Spezialisierung von Agenturen im Firmengeschäft oder die gezielte Ansprache ethnischer Kundengruppen. Darüber hinaus wird eine Reihe von Agentur-Centern mit professionellen Bürokräften eingerichtet, auf die jeweils mehrere Vertreter für ihre administrative Arbeit zugreifen können.
Anfang Juli hat die Allianz zwei auf dem deutschen Markt völlig neue Produkte aufgelegt: Invest4Life, ein genuines Vorsorge- und Anlagekonzept für den dritten Lebensabschnitt, sowie die Tierkrankenversicherung für Hunde und Katzen.
Ausblick
Der Wettbewerb in der Schaden- und Unfallversicherung ist nach wie vor sehr intensiv. Daher hat die Konzentration auf nachhaltiges Geschäft auch in der zweiten Jahreshälfte Vorrang. Die private Altersvorsorge wird von fast allen Bürgern als Notwendigkeit erkannt, jedoch sind viele angesichts der aktuellen Situation an den Kapitalmärkten verunsichert und zögern mit dem Abschluss vor allem fondsgebundener Produkte.
"Wir werden auch in Zukunft unsere sicherheitsorientierte Anlagestrategie fortsetzen, um mit begrenztem Risiko eine möglichst hohe Rendite zu erzielen", betont Rupprecht. "Gerade die Lebensversicherung ist wegen ihres langfristigen Anlagehorizonts besonders geeignet, Schwankungen an den Börsen abzufangen und den Kunden verlässliche Leistungen zu garantieren." In der privaten Krankenversicherung wird das Marktumfeld schwierig bleiben. Jedoch könnte die Einführung des Gesundheitsfonds und der zu erwartende Beitragsanstieg in der gesetzlichen Krankenversicherung für einen Schub in der privaten Vollversicherung sorgen.
Trotz der Unsicherheiten erwartet die Allianz Deutschland AG auch für das Gesamtjahr insgesamt steigende Umsätze und ein befriedigendes Ergebnis.
Das neue Betriebsmodell der Allianz wird bis zum Jahresende in Deutschland vollständig eingeführt sein. "Bis Mitte nächsten Jahres werden sich die Stärken einer auf die Kunden konzentrierten und spartenübergreifenden Serviceorganisation voll entfaltet haben und für Kunden und Vermittler erlebbar werden", sagt Rupprecht.
Quelle: Pressemeldung Allianz SE
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